Mallorca plant Pfandsystem nach deutschem Vorbild

| | Palma, Mallorca |
Nur 17 Prozent der Plastikflaschen auf Mallorca werden recycelt. Nicht selten landet Müll im Meer. Das soll sich nach dem Willen

Nur 17 Prozent der Plastikflaschen auf Mallorca werden recycelt. Nicht selten landet Müll im Meer. Das soll sich nach dem Willen der Behörden dank eines Pfandsystems bald ändern.

Foto: Archiv Ultima Hora

Der Inselrat von Mallorca plant, ein Pfandsystem nach deutschem Vorbild einzuführen. Plastikflaschen und Dosen sollen demnach in Zukunft an Automaten in Supermärkten zurückgegeben werden können. Wie genau das System aussehen wird, soll nach Inkrafttreten des neuen Abfallbeseitigungsplans der Behörde entschieden werden, berichtet die spanische Tageszeitung Ultima Hora.

Der Inselrat beruft sich auf den Erfolg solcher Recycling-Systeme in anderen spanischen Städten und vor allem in Deutschland. 98 Prozent aller Behältnisse, auf die ein Pfand erhoben wird, würden auf diese Weise wiederverwendet. Auf den Balearen liegt diese Rate lediglich bei 17 Prozent, während die EU die Zielvorgabe von mindestens 50 Prozent ausgegeben hat.

"Wer sich dazu entscheidet, Plastikflaschen nicht zurückzugeben, der soll in Zukunft auch sein Geld nicht zurückbekommen", erklärt Sandra Espeja, die Umweltdezernentin des Inselrats.

Der neue Abfallbeseitigungsplan des Inselrats sieht ebenfalls vor, Plastiktüten zu verbieten, Müllimporte aus anderen europäischen Ländern nach Mallorca zu stoppen und ein Trennsystem für organische Abfälle einzurichten, das in Palma noch in diesem Jahr an den Start gehen könnte. (cze)

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Petra / Vor 5 Monaten

Na endlich das hätte schon viele Jahre eingeführt werden sollen dann würde im Sommer nicht so viel Plastik Flaschen und Dosen am Strand und der Promenaden sich anhäufen

bluelion / Vor 5 Monaten

Jetzt mal ganz ehrlich. Warum sollte das nicht funktionieren? Wenn die Infrastruktur vorhanden ist selbst in Spitzenzeiten die Getränke heranzukarren, dann ist sie auch in der Lage das anfallende Liefergut wieder abzutransportieren. Nur Geld einzusacken, aber sich nicht für die Umwelt verantwortlich zu zeigen wäre mehr als asozial. Auch in Deutschland gab es ein paar Besserwisser, die schon vorher wußten, daß das nicht funktionieren wird. Kleine Nachricht aus Deutschland. Es funktioniert - und zwar sehr gut...

Silke / Vor 5 Monaten

An alle Kritiker nur zur Info: In Ruanda gibt es schon seit zehn Jahren kein Plastik mehr (erst vor kurzem kam wieder ein Bericht darüber im Fernsehen)... Warum soll das dann auf Mallorca nicht auch funktionieren? Und zudem sollten sich alle erst mal an die eigene Nase fassen bevor sie hier etwas schlecht reden und selbst versuchen, Plastik zu vermeiden.

sven / Vor 5 Monaten

Das Pfandsystem ist noch nicht auf den Weg gebracht und wird schon tot gequatscht. Wer für Verbesserungen ist, akzeptiert jede Möglichkeit Plastikmüll zu reduzieren.Neue Ansätze sofort als Flopp zu untergraben führt zu nichts. Von den Kritikern kommen auch keine Lösungsmöglichkeiten. Wichtig ist ,der Pfandbetrag muss hoch genug sein, mind.50 Cent pro Flasche damit es klappt.

sven / Vor 5 Monaten

Das Pfandsystem ist noch nicht auf den Weg gebracht und wird schon tot gequatscht. Wer für Verbesserungen ist, akzeptiert jede Möglichkeit Plastikmüll zu reduzieren.Neue Ansätze sofort als Flopp zu untergraben führt zu nichts. Von den Kritikern kommen auch keine Lösungsmöglichkeiten. Wichtig ist ,der Pfandbetrag muss hoch genug sein, mind.50 Cent pro Flasche damit es klappt.

Cola-Lola / Vor 5 Monaten

Ja - auch ich teile Hajo's Bedenken bezüglich der praktischen Durchführbarkeit auf Mallorca . Man muss beachten , dass das Pfandgut nicht kontinuierlich anfällt , sondern während der Saison Spitzenwerte erreicht , die die Grundlast um ein Vielfaches übersteigen . Da ist es für den Planer schwer , das Kostenminimum für die Entsorgung zu finden . Entweder bleibt ein Teil des Pfandflaschenaufkommens im Sommer liegen oder ein Teil des Entsorgungsapparates hat im Winter Leerlauf . Beides zu vermeiden ist eine unlösbare Aufgabe , für die es immer nur unbefriedigende Kompromisse geben wird ..

Haja Hajo / Vor 5 Monaten

Ich traue es der Kommune nicht zu. Denn hinter dem Pfand steht eine grosse Infrastruktur und die muss erst mal aufgebaut werden. Das reicht von der Rückgabe im Laden bis Abholung und Sammlung, bis zur Zwischenlagerung und Transport zur Verwertung auf der Insel oder Festland. Die Getränkeindustrie hat damit kein Problem die Label auf den Behältnissen mit zu drucken. Auch ob soch die Ladenbesitzer mit Automaten belasten wollen, steht auf einem anderen Blatt. In den grossen Supermärkten wird das eher kein Problem sein, da die Konzerne auch in anderen Ländern die Rücknahme praktiziert.

Carneval / Vor 5 Monaten

Auch in Deutschland hat man bei der Einführung des Flaschen- bzw, Dosenpfandes den Weltuntergang herauf beschworen, aber sie dreht sich weiter. Aber alles Gute funktioniert nur, wenn alle auch das Gute wollen.

Cola-Lola / Vor 5 Monaten

@ JayDee . Da bin ich anderer Meinung . Entlang der Playa de Palma und ganz besonders im Bereich deren parallelen Strassen viel mir auf , welche Mengen Getränkedosen und Plastikflaschen dort herumliegen . Streckenweise liegt Dose an Dose . Ich kenne das Folgende von den Wanderwegen des Sollings : Dort lag ebenfalls Dose an Dose und die Idealisten des örtlichen NaBu haben alljährlich einmal den Wald gefegt . Seit Einführung des Dosenpfandes gehen die an diesem Tag irgendwo feiern und gedenken der früheren Sammelaktionen . Falls wirklich in Nordafrika Müll direkt ins Meer gekippt wird , so ist das eine gaaanz andere Sache , die wohl nicht recht in diesen Strang passt . Gruß.........................Cola-Lola

JayDee / Vor 5 Monaten

Solange es in Dritte Welt Ländern keine Pfandsystem gibt wird das alles (da, wo es wirklich wichtig wäre) wenig bringen.