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Laut einer mehrjährigen Studie der NGO Shark Med ist jeder zweiter Blauhai im Mittelmeer durch Angelhaken verletzt. Die Tierschutzorganisation beobachtete die Tiere mit Hilfe ferngesteuerter Unterwasserkameras. Die Angelhaken gelangen demnach vor allem beim Langleinenfischen in die Haie.

Viele Tiere würden einen vollkommen sinnlosen Tod durch Fischernetze und Angelhaken sterben, erklärte der Vorsitzende von Shark Med, Agustí Torres, am Dienstag auf einer Online-Pressekonferenz. Zusammen mit der Meeresschutzorganisation Fundación Marilles forderte er die Abschaffung des Langleinenfischens in den Gewässern der Balearen. Dabei werden an einer aus Kunststoff gefertigten Hauptleine mit Köderhaken versehene Nebenleinen ausgelegt. Langleinen können bis zu 130 Kilometer lang und mit mehr als 20.000 Köderhaken versehen sein.

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Beide Organisationen unterzeichneten nun ein Abkommen zur Zusammenarbeit und wollen 30.000 Euro investieren, um die Unterwasserstudien von Shark Med ein weiteres Jahr zu verlängern. Die meisten Untersuchungen dieser Art seien bislang an gefangenen Tieren durchgeführt worden, erklärte Augstí. "Es gibt nur noch wenige Haie, so dass es schwierig ist, sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten."

Normalerweise halten sich die Haie auf hoher See in großer Entfernung zu den Küsten auf. Im Juni 2018 und in diesem Juni seien allerdings ungewöhnlich viele Exemplare vor Cabrera, einer kleine Insel im Süden von Mallorca, gesichtet worden, hieß es. (mais)