Behördenstreit um Ideen für Palmas Hafenpromenade

| | Palma de Mallorca |
Der Paseo Marítimo in Palma aus der Möwenperspektive.

Der Paseo Marítimo in Palma aus der Möwenperspektive.

Foto: Ultima Hora / J. Pérez
Der Paseo Marítimo in Palma aus der Möwenperspektive.Der Paseo Marítimo, Palmas Hafenpromenade: Jeweils drei Fahrspuren in jede Fahrtrichtung.

Ob das Vorhaben des Inselrats, die Verkehrsprobleme in Palma zu lösen, Erfolg haben wird, dürfte auch davon abhängen, wie es um die Gesprächsbereitschaft der anderen Institutionen bestellt ist. Die Stadt Palma etwa will sich keine Strategie diktieren lassen.

Dass Konfliktpotenzial besteht, wird am Beispiel des Paseo Marítimo klar. Die Stadt bekräftigt, die vielbefahrene Straße befrieden und zum Boulevard umbauen zu wollen. Dazu soll die Zahl der Fahrstreifen und Parkplätze reduziert werden. Auch die Hafenbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich der Paseo liegt, ist eingebunden. „Die Absicht ist, das Projekt voranzutreiben”, so ein Sprecher der Behörde.

Beim Inselrat hört man das nicht gerne. Eine Reduzierung der Fahrstreifen hätte massive Auswirkungen auf die Verkehrsströme in Palma, fürchtet Mobilitätsdezernent Juan Cifre: Viele Autofahrer würden auf die ohnehin überlastete Vía de Cintura ausweichen. „Da muss die Stadt Palma dann schon erklären, wie das gehen soll”, findet Cifre.

Konfliktpotenzial birgt auch der Plan, an der Lonja ein Parkhaus zu bauen. Das Projekt, das ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der Hafenbehörde fällt, befindet sich derzeit in einer „Reflektionsphase”. Man wolle sich mit Gegnern und Befürwortern zusammensetzen, so ein Behördensprecher. Das bedeute aber nicht, dass das Projekt gestorben sei. Auch dieses Vorhaben sieht Inselratsdezernent Cifre kritisch: „Wenn wir die Autos aus der Stadt heraushalten wollen, wäre ein neues Parkhaus in der Altstadt kontraproduktiv.”

Noch völlig in den Sternen steht, ob Palma eines Tages eine Straßenbahn bekommt. Pläne, die Innenstadt auf diesem Wege mit dem Flughafen zu verbinden, gibt es seit Jahren (Kosten: rund 200 Millionen Euro). Zwar hat Palmas Bürgermeister, der Linkspolitiker Antoni Noguera mehrfach betont, das Projekt in der nächsten Legislaturperiode angehen zu wollen, dafür aber müsste er erst einmal die Wahl 2019 gewinnen. Auch die Finanzierung des Projekts steht noch nicht. Dafür droht zumindest bei diesem Thema kein Konflikt mit dem Inselrat. Auch Mobilitätsdezernent Juan Cifre hält eine Straßenbahn in Palma für eine gute Idee. (jm)

Der Bericht ist Teil des Themas der Woche im neuen MM. Die vollständige Berichterstattung lesen Sie in der jüngsten Ausgabe (23/2018), erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.

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