Wird gern von Ausflüglerin angesteuert: die noch immer imposante Burgruine oberhalb der Ortschaft Alaró. | Ultima Hora

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Der Inselrat von Mallorca ist am Montag seinem Bestreben, sich die Burgruine in Alaró einzuverleiben, einen vielleicht entscheidenden Schritt vorangekommen. Laut einer Meldung der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" verlief ein Arbeitstreffen von Vertretern der Inselregierung und dem spanischen Kulturministerium "sehr vielversprechend". Der mehrheitliche Eigentümer des ausgewiesenen Kulturguts, die spanische Regierung, hätten sich dem Vorschlag, die im Verfall befindlichen Gemäuer dem Inselrat zu überschreiben, gegenüber aufgeschlossen gezeigt. Auf mallorquinischer Seite nahmen an den Gesprächen unter anderem der für Raumordnung zuständige Dezernent Fernando Rubio und der Generaldirektor für Denkmalschutz, Isaac Sastre, teil. Erstmals war auch ein Vertreter der Gemeinde zu den bislang bilateralen Gesprächen eingeladen worden.

Nach Zeitungsangaben erklärten sich die Ministeriumsvertreter aus Madrid bereit, in Kürze eine Expertenkommission auf die Insel zu schicken. Diese soll in erster Linie den baulichen Zustand der um das Jahr 900 erstmals urkundlich erwähnten Burg evaluieren. Inselratsdezernent Rubio soll bei dem Treffen den Vorschlag unterbreitet haben, im Gegenzug für die Überschreibung dafür zu sorgen, dass die bislang unklaren Gebietsgrenzen eindeutig definiert würden. Auch die Eigentümerschaft über das historische Anwesen sei längst noch nicht geklärt, so die Zeitung. So erhebe über bestimmte Bereiche eine gewisse Familie Ordinas Ansprüche. Zweifelsfrei fest stehe allerdings, dass die Burg aufgrund ausbleibender Instandhaltungsmaßnahmen in den zurückliegenden Jahren gelitten habe, insbesondere die Burgmauer.

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Rubio habe daher indirekt auf einen straffen Zeitrahmen für weitere Gespräche in der Sache gedrängt, schrieb das MM-Schwesterblatt. "Der gegenwärtige Zustand der Burg macht es unerlässlich, dass wir schnell handeln, um Schlimmeres zu verhindern", so Rubio. Sichtlich zufrieden sei auch Alarós Bürgermeister Llorenç Perelló aus den Gesprächen gegangen. Besonders positiv habe das Gemeindeoberhaupt die "profunden Sachkenntnisse" zur Burgruine der Madrider Delegation bewertet. "Man merkte, sie (die Ministeriumsvertreter, Anm. d. Red.) haben sich mit der Materie wirklich beschäftigt", sagte Perelló gegenüber der Zeitung. Auch er drückte seine Hoffnung aus, schon bald die Expertenkommission aus Madrid in Alaró empfangen zu dürfen.

Die Ruine der Felsenburg Castell d'Alaró thront unterhalb des 825 Meter hohen Hausbergs Puig d'Alaró. Archäologen gehen davon aus, dass dieser Abschnitt bereits in der Bronzezeit bewohnt wurde. Später sollen die Römer die strategisch günstige Lage für die Sicherung der umliegenden Täler genutzt haben. Aufzeichnungen, die darauf hindeuten, dass an diesem Ort eine Befestigungsanlage für militärische Zwecke stand, gibt es aus dem Jahr 902. Seit 1931 ist die vom Zerfall bedrohte Burganlage als spanisches Kulturgut BIC (Bien de Interés Cultural) eingestuft.