Das Begräbnis der Sardine

| Mallorca |
Das letzte Geleit wird zwar als Trauerzug inszeniert, ist in Wirklichkeit aber ein Anlass zum Feiern.

Das letzte Geleit wird zwar als Trauerzug inszeniert, ist in Wirklichkeit aber ein Anlass zum Feiern. Foto: UH

Das letzte Geleit wird zwar als Trauerzug inszeniert, ist in Wirklichkeit aber ein Anlass zum Feiern.Bevor um Mitternacht der Scheiterhaufen brennt und die Fastenzeit beginnt, wird selbstverständlich noch einmal zünftig getanzt,

Vom Karneval verabschieden sich die Spanier traditionell mit der Verbrennung oder Beerdigung einer Sardine aus Pappmaché – auch auf Mallorca. Inszenierungen dieser Art gibt es unter anderem in Palma, Pòrtol, Inca, Lloseta sowie passenderweise in Palmas Stadtteil Son Sardina. Das Begräbnis der Sardine findet am Faschingsdienstag, 17. Februar, statt und steht für den Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch.

Die liebevoll gestaltete Sardine wird in einer Prozession von Fackelträgern, wehklagenden Witwen und schwarz gekleideten Trauergästen durch die Straßen getragen, bevor sie schließlich im Feuer landet - oft auf Zuruf des Bürgermeisters. Da die Fastenzeit offiziell erst um Mitternacht beginnt, wird zuvor aber natürlich noch einmal zünftig getanzt, gegessen, getrunken.

In Portol beginnt das Sardinenbegräbnis um 18 Uhr im Carrer Ses Monges und in Inca um 19.30 Uhr an der Plaça Fluxà.

Noch schöner als auf den Balearen ist die Verbrennung der Sardine allerdings in Regionen wie Murcia auf dem spanischen Festland, wo sie mit einem großen Wagenumzug den eigentlichen Höhepunkt des Karnevals darstellt. Auf den Kanaren wird die Figur hingegen brennend mit einem Boot auf das offene Meer hi- naus gefahren.

Das Fischsymbol soll mit der christlichen Liturgie zu tun haben und steht angeblich für Auferstehung und Neubeginn zu Anfang des Jahres.

(Aus MM 7/2015)

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