Verein Memòria dokumentiert 2200 Bürgerkriegstote

Zahl der festgestellten Grabstellen von 22 auf 44 gestiegen

Wollen den Bürgerkriegsopfern ihre Identität und Würde zurückgeben: Maria Antònia Oliver, Präsidentin des Vereins Memòria de Mal

Wollen den Bürgerkriegsopfern ihre Identität und Würde zurückgeben: Maria Antònia Oliver, Präsidentin des Vereins Memòria de Mallorca, und der Forscher Manel Suárez.

Foto: Foto: Joan Torres

Der franquistischen Repression während des Spanischen Bürgerkrieges auf Mallorca (1936-1939) sind mehr als 2200 Menschen zum Opfer gefallen. Diese neue Zahl hat der Verein Memòria de Mallorca nach seiner zweiten Feldstudie bekannt gegeben.

Die Zahl der jetzt dokumentierten Orte, an denen die Hingerichteten in anonymen Gräbern beerdigt wurden, wuchs damit von 22 auf 44. "In fast jedem Dorf der Insel gibt es ein solches Massengrab", sagt der Forscher Manel Suárez.

Die Bürgerkriegsopfer wurden zumeist ohne Dokumentation in Massengräbern auf Friedhöfen unter die Erde gebracht. Zum Teil handelte es sich aber auch um Höhlen, Brunnenschächte und vier Strände. Allein in Sa Coma wurden nach Angaben des Vereins 520 getötete Milizionäre im Sand verscharrt.

Ziel der Vereinigung der Bürgerkriegsopfer ist es, die Toten zu exhumieren, ihre Identität per Gentestabgleich zu bestimmen und die sterblichen Überreste den Angehörigen zu übergeben, damit die Familien sie in Würde bestatten können. Nach Einschätzung von Experten sind  bestimmte Grablagen mit insgesamt 1016 Toten zur Exhumierung geeignet.

Der Verein hat mit der Erfassung aller erreichbaren Daten die Grundlage für die Behörden geschaffen, um das Prozedere der Exhumierungen in die Wege zu leiten. Die Entscheidung, ob und wenn ja, welche Massengräber geöffnet werden, liegt bei der Balearen-Regierung. Auf dem spanischen Festland hat es in der Vergangenheit immer wieder derartige Aktionen geben.

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