Zwischen Palma de Mallorca und Calvià: Müllberg statt Bergidylle!

Das bei Wanderern und Radfahrern beliebte Waldstück Coll Sa Creu wird als wilde Abfalldeponie missbraucht – Bauschutt, Autowracks und Plastikflaschen prägen das Landschaftsbild

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Wer über den Coll de Sa Creu fährt, einem dicht bewaldeten Hügel entlang der idyllischen Landstraße zwischen Palma und dem Dorf Calvià auf Mallorca, erwartet eigentlich eine malerische Berglandschaft. Doch stattdessen entdeckt man eine immer größer werdende wilde Müllkippe entlang der beiden Straßen: Baumaterialreste, Plastikmüll und ein seit Jahren vor sich hin rostendes Auto verschandeln dort zusehends die Natur. Das berichtet die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".

Wenn Bauschutt zur Sehenswürdigkeit wird

Entlang der Strecke türmen sich unter anderem Relikte gescheiterter Bauprojekte – ein wahres Freilichtmuseum aus Zement, Steinen und Beton. Dort, wo sich einst Wanderer ausruhen konnten, liegt nun kunstvoll aufgeschichteter Schutt. Ein besonderes Highlight: Ein umgekippter Pkw, der offenbar als Langzeitinstallation gedacht ist. Vielleicht ein unbeabsichtigtes Mahnmal für das kollektive Desinteresse?

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Nicht nur der Boden hat mit ungebetenen Hinterlassenschaften zu kämpfen. Selbst Bäume werden unfreiwillig in die neue Müllästhetik integriert: Plastiktüten baumeln wie morbide Dekorationen an den Ästen, hinterlassen von eiligen Besuchern, die sich wohl nicht mehr mit ihrem eigenen Müll belasten wollten. Nach Veranstaltungen wie einer auf dem Streckenabschnitt mehrmals im Jahr ausgetragenen Autorallye bleibt regelmäßig ein wahres Sammelsurium an Unrat zurück.

Die abgeschiedene Lage des Coll de Sa Creu könnte eine Oase der Ruhe sein. Doch für manche ist sie eher ein unkontrollierter Recyclinghof. Besonders kurz vor der Tourismussaison, wenn sich wieder mehr Wanderer und Radfahrer auf den Weg machen, zeigt sich die ganze Pracht des Problems: Müll, wohin das Auge reicht.

Eine unsichtbare Zuständigkeit

Und die Behörden?Weder das Verteidigungsministerium, das Teile des Geländes verwaltet, noch lokale Verwaltungen haben bislang ernsthafte Maßnahmen ergriffen. Vielleicht hofft man darauf, dass der nächste Sturm den Müll einfach davonweht – oder dass das umgekippte Auto irgendwann von selbst weiterrollt.