Wo Königin Sofía ihre Espadrilles kauft

| | Palma, Mallorca |
Seit 1940 werden in der Alpargatería La Concepción traditionelle Sommerschuhe aus Menorca verkauft.

Seit 1940 werden in der Alpargatería La Concepción traditionelle Sommerschuhe aus Menorca verkauft.

Foto: M. Schulte
Seit 1940 werden in der Alpargatería La Concepción traditionelle Sommerschuhe aus Menorca verkauft.Die schlichten Stoffschuhe gibt es ab 8 Euro.

Für Liebhaber schlichter menorquinischer Ledersandalen und Espadrilles ist die Alpargatería La Concepción in Palmas Altstadt ein Paradies. Bereits seit 1940 werden hier die handgefertigten balearischen Sommerschuhklassiker verkauft. Heutzutage stapeln sie sich in sieben Räumen vom Boden bis zur Decke.

„Unsere Schuhe werden in den ältesten Schuhmachereien Menorcas gefertigt”, sagt Visitación Hernández (56), die seit frühester Jugend in dem kleinen Laden arbeitet und seit 2006 auch dessen Inhaberin ist. „Für die Sandalen wird Kalbsleder verwendet, die Sohle besteht aus Gummi”, erklärt sie. Auf Menorca heißen die Schuhe Avarcas, es gibt sie in allen erdenklichen Farben, mit oder ohne Absatz, kurz und gut: für jeden Geschmack. Und für jeden Geldbeutel, die Preise reichen von 26 bis zu 70 Euro. Die Espadrilles (spanisch: Alpargatas), leichte Stoffschuhe mit einer Sohle aus Espartogras oder Jute, sind schon ab 8 Euro zu haben.

„Wir verkaufen hochwertige Handarbeit zu günstigen Preisen. Großen Gewinn machen wir nicht. Vor allem im Winter ist es schwer”, erzählt die Inhaberin, die sich vor allem über die Billigkonkurrenz aus China ärgert. „Man riecht schon, dass dort nur synthetische Materialien verwendet werden”, ergänzt Tochter Aurora, die das Geschäft später einmal übernehmen will. Bei Mutter und Tochter Hernández ist dagegen alles „Hecho en España”. Sämtliche Materialien, ob Leder oder Leinenstoff, Espartogras und Jute für die Sohlen der Espadrilles stammen aus Spanien. Wie übrigens auch die meisten Kunden. „Viele kommen aus Katalonien und dem Norden des Landes. Aber auch Touristen und Residenten schauen bei uns vorbei”, erzählt Visitación.

Werbung macht das Traditionsgeschäft nicht, auch auf einen Online-Shop verzichtet es. „Das wäre für uns zu teuer. Wir müssten dafür extra jemanden einstellen”, sagt Visitación. Es scheint aber auch gar nicht nötig zu sein, denn immer wieder finden prominente Kunden ihren Weg an die Carrer de la Concepció. Wie etwa Michelle Obama oder Königin Sofía, die hier regelmäßig für sich und ihre Enkelinnen buntes Sommerschuhwerk einkauft.

(von Maike Schulte)

(aus MM 20/2018)

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