Die Piraten kommen!

"Moros i Cristians" in Sóller: Kostümspektakel erinnert an Schlacht von 1561

| Sóller |
Wild und lustig geht es zu, wenn die Sóllerics sich ins Mittelalter zurückversetzen, um den Angriff von Piraten abzuwehren.

Wild und lustig geht es zu, wenn die Sóllerics sich ins Mittelalter zurückversetzen, um den Angriff von Piraten abzuwehren.

Foto: Foto: Pere Bota

Jedes Jahr wieder und jedes Jahr wieder ein Ereignis: die nachgespielte Schlacht zwischen Mauren und Christen am Strand von Port de Sóller und in Sóller. In diesem Jahr am Montag, 14. Mai.

Das Spektakel bezieht sich auf den Piratenüberfall des Jahres 1561, als 1700 Korsaren unter der Führung des berüchtigten Piraten Occhialis in die Stadt Sóller einfielen. Sie plünderten, raubten, mordeten. Doch die Leute von Sóller wehrten sich, sogar die Frauen kämpften. Deshalb heißt die Fiesta "Moros i Cristians - Mauren und Christen" auch "Valentes Dones de Ca'n Tamany" nach den Frauen von Sóller.

"Moro" ist in Spanien die volkstümliche, nicht immer freundliche Bezeichnung für einen Mauren. Moros sind alle Araber, Türken, Perser, kurzum Muslime. Die maurische Herrschaft in Spanien und Mallorca erzeugte auf Seiten der Beherrschten das bis heute unterschwellig andauernde Anti-Moro-Gefühl.

Nach der christlichen Wiedereroberung Mallorcas (1229) wurden die maurischen Grundherren enteignet. Ihre überlebenden Nachkommen durften als Leibeigene auf den Gütern weiterarbeiten. Getaufte Moros nannte man Moriscos. Sie wurden 1501 aus Spanien ausgewiesen.

Auf Mallorca hatten sich etliche mit der christlichen und jüdischen Bevölkerung vermischt. Häufig vorkommende Familiennamen wie Morey oder Morell (Möhrchen) weisen auf maurische Abstammung hin. Oder Ortsnamen wie Andratx, Fornalutx oder Biniaratx.

Später kamen die Mauren als Piraten wieder. Und immer wieder musste die mallorquinische Bevölkerung Menschen, Land und Vieh verteidigen. Wie stark die Bedrohung empfunden wurde, davon zeugen die Feste "Moros i cristians" (Mauren und Christen), die alljährlich in Sóller und Pollença "gefeiert" werden, höchst realistisch nachempfundene Schlachten zwischen den "Heiden" und den "Rechtgläubigen". Wobei immer die Christen siegen.

Von den "Moros", den einstigen Feinden, blieb das Fest. Und etliche Vorurteile. Annäherung ist dringend vonnöten.

DAS PROGRAMM IN SÓLLER:

Montag, 14. Mai:

15 Uhr: Glockengeläut kündigt an: Piratenschiffe sind vor der Küste.

15.30 Uhr: Unter der Führung von Kapitän Angelats versammeln sich Christen.

17 Uhr: Die Mauren versuchen, an der Playa de Can Generós zu landen. Es kommt zur Schlacht.

18.15 Uhr: Die Schlacht geht an der Playa des Repic weiter.

19 Uhr: Die Mauren nehmen die Brücke d’en Barona ein.

20 Uhr: Die Mauren plündern Häuser und Kirche.

20.30 Uhr: Das Blatt wendet sich. Die Sollerics stürmen über den Carrer de sa Lluna auf die Plaça.

21 Uhr: Sieg für die Christen. Alle singen gemeinsam die mallorquinische Hymne „La Balanguera".

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