Anti-Touristen-Aufkleber auf Mallorca in Umlauf gebracht

| | Palma, Mallorca. |
So sieht der Aufkleber aus.

So sieht der Aufkleber aus.

Foto: MM-Redaktion (Ultima Hora)

Das Sticheln gegen Touristen auf Mallorca geht weiter. Nach quadratischen Handzetteln mit der Aufschrift "Tourist go home", die unlängst in Gassen von Palmas Altstadt verteilt worden waren, sind jetzt runde Aufkleber im Umlauf. Auf ihnen steht folgendes: "Mallorca. Niemand gewinnt. Reiche Leute, schlechte Drogen und Sch...-Musik. Elitärer weißer Tourismus zerstört die Gemeinschaft seit 1971." Wie üblich hat sich bislang niemand als Urheber der Aufkleber bekannt.

Die Kritik an Auswüchsen des Tourismus auf der Insel hat in den vergangenen Jahren angesichts immer höherer Urlauberzahlen zugenommen. Aufsehen hatte im vorigen Jahr eine Aktion der katalanistischen Jugendvereinigung "Arran" im Yachthafen von Palma gesorgt: Dort pöbelten Mitglieder dieser extremistischen Gruppe Restaurantgäste an. (it)

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Bert Seifert / Vor 4 Monaten

Erhöht einfach die Übernachtungskosten und die Tourismussteuer. Dann löst sich das Problem von selbst.

Tuttifrutti / Vor 5 Monaten

Hotels und Bettenkapazitäten wurden genehmigt und gebaut um die Insel wirtschaftlich nach vorne zu bringen. Das diese von den internationalen Reiseveranstaltern angeboten und verkauft werden ist auch normal. Und, wenn voll - dann voll, 100 Prozent sind 100 Prozent. Alles was darüber hinausgeht braucht Mallorca nicht. Damit meine ich die 10.000 fache Vermietung von Privatwohnungen zum Nachteil der hier wohnenden und arbeitenden Bevölkerung. Leider sind diese Privatvermietungen aber auch zu 90 Prozent in den Händen von Mallorquinern. Ich habe schon von Fällen gehört, wo Mallorquiner im Sommer auf ihre spärliche Finca oder auf einem Fincagrundstück in einen Wohnwagen ziehen um ihre Wohnung teuer an Touristen zu vermieten. Da muss der Staat eingreifen, Verbote aussprechen und Gewinne abschöpfen oder zumindest so besteuern wie bei den Hotels und anderen legalen, gewerbsmäßigen Vermietern.

Thomas Berthold / Vor 5 Monaten

@ rokk. Stimme ich 100 Prozent zu.

JayDee / Vor 5 Monaten

Hans Peter, einzig schwachsinnig ist deine Meinung, man könne nach und nach alle Privatwohnungen in Ferienunterkünfte ummünzen, um noch mehr Tourismus auf die Insel zu holen. Die natürliche Grenze ist erreicht, wenn die Hotels voll sind. Zustände wie auf Ibiza, wo die Angestellten bereits in ihren Autos wohnen müssen, braucht hier niemand.

Hans Peter Berchtold / Vor 5 Monaten

Auf einer Insel, die zu 80% vom Tourismus lebt, zu sagen "Tourists go home" oder zu viele Touristen der muss nicht alle Tassen im Schrank haben. So einen Schwachsinn habe ich noch nie bei anderen Massentourismuszentren gesehen, wie z.B. Florida, oder Singapur. Auch auf den Canaren, die ja prozentual noch mehr Touristen haben als wir hier, habe ich so einen Blödsinn noch nie gehört. Ohne Tourismus wäre die Insel wirtschaftlich erledigt. Und man hat sich schon vor Jahrzehnten für den Massentourismus entschieden, der vielen relativ schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern einen Arbeitsplatz sichert. Exklusiv Tourismus (à la Schweiz) dazu fehlen uns die hoch ausgebildeten Fachkräfte; vor allem als der Tourismus so in den 60er Jahren begann.

Senf dazu / Vor 5 Monaten

Ich kann den derzeitigen Frust sehr gut nachvollziehen. Aber liegt die Ursache nun wirklich bei den steigenden Touristenzahlen? Ich finde hier sind eine Menge anderer Missstände für die es sich lohnen würde eher Flugblätter zu verteilen und auf die Straße zu gehen. Leider wird auch zu wenig darüber in der Zeitung berichtet. Die hier lebenden jungen Menschen bekommen doch keinerlei Sicherheit und Zuverlässigkeit geboten. Damit meine ich die Gehälter von 1.100 €. Schlechte Vertragsbedingungen usw. Der Soziale Wohnungsbau, und die Förderung von sozial Schwächen Familien wurde stets vernachlässigt. Wobei die Kinder von heute unsere Zukunft ist, und diese für die ältere Generation einsteht. Ohne den Tourismus sind viele Dörfer hier auf der Insel zum Sterben verurteilt. Dies ist im Winter vielerorts sichtbar. Dann würde nur noch helfen, Schlüssel rum drehen und zu machen. Die Mieten sind auf Rekord Niveau. Und viele Eigentümer lassen ihre Wohnung oder Häuser leerstehenden oder vergammeln. Viele Jobs werden nur als Autonomo vergeben um so ganz den Lohnnebenkosten zu entkommen. All diese Probleme, und ich könnte noch mehr aufzählen, die ebenso ältere Menschen betreffen würden, liegen nicht in der Ursache der steigenden Urlauberzahler sondern in der falschen Politik, die hier betrieben wird. Grosse Unternehmen zu fördern und den Mittelstand abzuschaffen. Ein bisschen wie Sklaven, werden die Angestellten behandelt. Ich wünsche allen mehr Perspektiven für ei e gute gemeinsame Zukunft (auch mit Touristen)

JayDee / Vor 5 Monaten

Faszinierend, dass einige wenige hier immer noch nicht kapieren, dass es wohl nicht gegen den Tourismus in Gänze geht, sondern das ZUVIEL desselbigen. Nimm die Spitze weg die in den letzten 3-5 Jahren insbesondere durch die 80000 Betten der Ferienfermietung ala AirBnB monatlich dazukam, dann dürfte kaum alle "Money" heimgehen, sondern nur die, die es früher auch nicht zum überleben brauchte.

Ingeborg / Vor 5 Monaten

Der Aufkleber ist mit seinen plakativen Begriffen ein Volltreffer, der ins Schwarze trifft,. weil jeder es versteht.

Tuttifrutti / Vor 5 Monaten

Meine „ wilde Zeit „ habe ich auf Ibiza verbracht. Die Inselbewohner waren damals den Touristen gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich und freuten sich über jede Zusatzpesete die in ihre fast leeren Kassen kam. Meine große Leidenschaft wurde dann Mallorca. Auch hier war es Jahrzehnte so, dass man überall gerne gesehen war. Nun scheint es wohl zu sein wie in Deutschland. Die ältere Generation hat das Geschäft aufgebaut, die Nachfolger aalen sich in ihrem vermeintlichen Reichtum und merken garnicht, dass dieses Geschäft einzig und allein auf den Tourismus aufgebaut ist. Versucht es doch mal mit dem Spruch: Tourisen Go Home - Money Go Home. Dann sind die verblendeten Linken bald wieder da wo sie vor 30 Jahren waren. Und tun das, was ihre gleichgesinnten deutschen Träumer machen: Stütze abholen und nach einem bedingslosen Grundeinkommen schreien.

Silke / Vor 5 Monaten

@rokk: Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Was ich verstehen kann ist, dass die Insel wirklich in den letzten Jahren überlaufen ist. Auch sollte unbedingt hinsichtlich der Kreuzfahrtschiffe eine Lösung gefunden, doch das geht so ganz bestimmt nicht. Ich fühle mich durch solche Aufkleber als Tourist diskriminiert. Das geht überhaupt nicht. Sie haben vollkommen recht mit Ihrer Aussage, dass die sich wirklich einer offenen Diskussion stellen sollten, wenn es den "Aktivisten" ernst wäre. Schade eigentlich, dass man mit Touristen, die das Geld ins Land bringen, so umgeht.