Kleiner Eklat zum hundertjährigen Jubiläum

| Palma de Mallorca |
Club-Präsident Utz Claassen (l.) ehrte direkte Nachfahren des Vereinsgründers Adolfo Vázquez Humasqué, die extra aus Mexiko ange

Club-Präsident Utz Claassen (l.) ehrte direkte Nachfahren des Vereinsgründers Adolfo Vázquez Humasqué, die extra aus Mexiko angereist waren.

Mit einer rund dreistündigen Gala im Teatre Principal in Palma haben Anfang März die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Fußballclubs Real Mallorca begonnen. Dabei wurden noch einmal die großen Erfolge des derzeitigen Zweitligisten gefeiert, allen voran der Pokalgewinn im Jahre 2003.

Rund 800 Gäste erlebten eine Geburtstagsfeier mit Videoeinspielungen, Ehrungen, Showeinlagen und kurzen Reden. Dabei gab es auch einige sehr emotionale Momente. Gleich am Anfang ehrte Club-Präsident Utz Claassen Gimena und Rafael Vázquez, direkte Nachfahren des Vereinsgründers Adolfo Vázquez Humasqué, die aus Mexiko angereist waren. Der Enkel des Visionärs, Rafael Vázquez, bezeichnete die Gründung des Clubs als eine der bedeutendsten Leistungen seines Großvaters, der auch im Exil in Übersee über Radio und Zeitung stets informiert sein wollte, wie es um sein Real Mallorca stand. "Ohne seine Initiative wären wir heute nicht hier", sagte Claassen, der auch den Unternehmergeist anderer Clubführer in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte.

Mit ihm in der ersten Reihe saßen einige der früheren Club-Präsidenten: Vicenç Grande, Guillem Reynés, Bartolomé Beltrán, Tito Rotger, Mateu Alemany und Miquel Contestí. Nicht dabei war hingegen der neue Mehrheitseigner Robert Sarver. Auch bei dieser Feier wurde deutlich, wer die großen Publikumslieblinge in der jüngeren Geschichte von Real Mallorca waren: Den wohl größten Applaus erhielt der ehemalige Trainer Héctor Cúper. Der Argentinier machte in seiner bewegenden Ansprache deutlich, dass ihn seine Zeit bei Real Mallorca stets verfolge, wo immer er auch lebe und trainiere: "Dieser Club wird immer Bestandteil meines Lebens sein." Szenenapplaus erhielt der (nicht anwesende) ehemalige Real-Stürmer Samuel Eto'o, wenn eines seiner spektakulären Tore eingespielt wurde.

Für etwas Pfeffer in der langen Gala sorgte der frühere Präsident Bartolomé Beltrán, Mediziner und Medien-Profi. "Sie können kaufen, was immer Sie wollen", sagte Beltrán an die Adresse von Utz Claassen, "aber das Herz der Mallorquiner ist nicht käuflich, das muss man sich erobern." Gleichzeitig wünschte er den Eignern aus dem Ausland viel Glück bei ihrem Tun und sagte ihnen seine Unterstützung zu. Der neue Geschäftsführer Maheta Molango versuchte die Befürchtungen, der Club werde durch ausländische Eigner seinen Charakter verlieren, zu zerstreuen: "Dieses Gut ist eures, und wir werden es pflegen." Wie alle anderen Redner zeigte er das wichtigste sportliche Ziel auf: den Wiederaufstieg in die erste spanische Liga. "Wir sind nicht mit so viel Geld gekommen, um in der zweiten Liga zu spielen."

Die Organisation hatte wegen der vielen auswärtigen Gäste die Redner darum gebeten, Spanisch zu sprechen. Nicht an dieses Protokoll hielten sich der frühere Real-Mallorca-Präsident Mateu Alemany und die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol (PSOE), die ihre Reden auf Mallorquín hielten. Alemany: "Wenn ich über Real Mallorca rede, kommt es halt so aus mir raus." Er erhielt dafür einen Extra-Applaus.

Die Gala war Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen zum 100-Jährigen. Vorgestellt wurden auch ein Jubiläums-Shirt und der Trailer eines Dokumentarfilmes über die Vereinshistorie. Ihren Abschluss fand die Veranstaltung mit einer neuen Real-Hymne, interpretiert von der mallorquinischen Gruppe "La Musicalité".

(Aus MM 10/2016)

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