Mit 41 wieder an der Spitze

Mallorcas beste Mountainbikerin Marga Fullana meldet sich zurück

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Hat einen steinigen Weg hinter sich: Marga Fullana ist im März wieder in den Hochleistungssport zurückgekehrt.

Hat einen steinigen Weg hinter sich: Marga Fullana ist im März wieder in den Hochleistungssport zurückgekehrt. Foto: www.margafullana.es

Hat einen steinigen Weg hinter sich: Marga Fullana ist im März wieder in den Hochleistungssport zurückgekehrt.Bekennt sich offen zu ihren Fehlern - Marga Fullana beim Interview im Mega-Sport.ne jubelnde Marga Fullana war ein gewohnter Anblick für Radsportfans und die Sportlerin selbst.

Im Oktober 2010 schien die Mountainbike-Karriere der Mallorquinerin Marga Fullana beendet zu sein. Die fünfmalige Weltmeisterin und Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Sydney hatte öffentlich bekannt gegeben, Dopingmittel genommen zu haben. Nach der WM in Kanada war sie positiv getestet worden. Es folgte eine zweijährige Sperre durch den Weltverband. Fullana wusste: Sollte sie wieder in den Leistungssport zurückkehren, würde sie dann 40 Jahre alt sein.

Die zierliche Fullana hielt sich gewissenhaft fit und in Form: mit 50 Kilogramm auf 1,69 Meter. Im März 2013 gab sie ihr Comeback und sorgte nur vier Monate später, mittlerweile 41 Jahre alt, für eine kleine Sensation, als sie zum zwölften Mal die spanische Meisterschaft im Cross Country gewann. Auf dem Podium stand die Siegerin mit der sechs Jahre jüngeren Sandra Santanyer und der elf Jahre jüngeren Anna Villar. Fullana hatte es noch einmal allen gezeigt.

Die Mallorquinerin schaffte noch ein weiteres Husarenstück: Den Sieg bei den spanischen Duathlon Cross-Meisterschaften, einer Kombination aus sechs Kilometer Laufen, 20 Kilometer Querfeldeinrennen mit dem Mountainbike und wieder drei Kilometer Laufen. Ganz nebenbei ist sie im Oktober noch Zweite beim TUI-Marathon geworden. "Ich habe es geschafft, wieder Rennen zu gewinnen", sagt sie im MM-Gespräch im Fitnesscenter zufrieden, wo sie sich zwischen ihren Rennen fithält.

In einem Alter, in dem Spitzensportler normalerweise schon lange ihre Karriere beendet haben, greift sie noch einmal an. Mit einer Dopingsperre wollte der erfolgsverwöhnte Mountainbike-Star aus dem kleinen Örtchen Sant Llorenç des Cardassar nicht von der internationalen Sportbühne abtreten. "Ich habe eine Riesendummheit begangen."

Vorausgegangen war die Niederlage bei den Olympischen Spielen von Peking 2008 in ihrer Paradedisziplin Cross Country gegen die Deutsche Sabine Spitz, als Fullana entkräftet aufgeben musste. Zu diesem Zeitpunkt war sie amtierende Weltmeisterin in dieser Disziplin.

Es folgten zwei Jahre, in denen die erfolgsverwöhnte Athletin nicht wie gewohnt dominieren konnte und kaum ein Rennen gewann. "Als ich oben stand, waren die Leute auf meiner Seite, als das nicht mehr so war, waren sie enttäuscht. Du gewinnst nicht mehr und du bist schon älter, das ist, was am meisten wehtut. Dann kam es, dass ich es probierte", erinnert sich Fullana.

"Es" war eine verbotene Substanz, die sie bis heute nicht genannt hat. Bei der WM 2010 im kanadischen Mont Sainte-Anne wurde sie nur 20., anschließend aber positiv auf dieses Mittel getestet. Noch bevor sie persönlich vom Weltverband verständigt wurde, erfuhr sie davon aus der Presse. Fullana reagierte und entschuldigte sich in einem offenen Brief. "Ich habe die größte Dummheit meines Lebens begangen", hieß es damals. Sie habe die Substanz nur in geringen Mengen eingenommen und nicht einmal eine Leistungssteigerung bemerkt.

Man habe sie insgesamt fair behandelt, sagt sie heute. Nur an eine Erniedrigung kann sie sich erinnern: Beim TUI-Marathon 2011 kam sie zwar als Erste ins Ziel, wurde aber vor dem Zieleinlauf auf eine Nebenspur umgeleitet, wie sie erzählt. "Ich durfte nicht auf das Podium. Warum lässt man mich dann erst mitlaufen", sagt sie sachlich und ohne erkennbare Wut. Auch in den offiziellen Ergebnissen tauchte sie nicht mehr auf. Die Scharte hat sie mit ihrem diesjährigen offiziellen zweiten Platz fast wieder ausgewetzt

Wenn es nach der 41-Jährigen ginge, wird sie noch bis 2015 zur Heim-WM in Vallnord/Andorra im eigenen Land weitermachen - vorausgesetzt, sie findet noch einen Hauptsponsoren. Dem kann sie vor allem eins garantieren. "Auf mich achten jetzt alle. Auch wenn ich nicht Erste werde, muss ich zur Doping-Probe. Aber das hat auch sein Gutes: Wenn ich jetzt gewinne, bin ich garantiert sauber."

 

(aus MM 52/2013)

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xxx / Vor über 4 Jahren

Peinlich!