Frostige Stimmung trotz Heimsieg

Inselkicker siegen 2:1, Machtkampf geht weiter

Utz Claassen reicht Verwaltungsratskollege Biel Cerdà die Hand.

Utz Claassen reicht Verwaltungsratskollege Biel Cerdà die Hand.

Foto: Foto: J. Morey
Utz Claassen reicht Verwaltungsratskollege Biel Cerdà die Hand.Klubpräsident Jaume Cladera (ganz links) verweigerte dem Deutschen den Handschlag.Utz Claassen ließ sich vor dem Spiel als Blutspender registrieren und mit einigen Fans fotografieren.Hauptanteilseigner Llorenç Serra Ferrer erwiderte Claassens Handschlag.Utz Claassen saß aus protokollarischen Gründen ganz am Rand, wie die Inselpresse meldete.

Im spanischen Fußball hat die Symbolik eine große Bedeutung. So folgt etwa das Geschehen auf den Ehrentribünen der Stadien einer genauen Inszenierung: Wer wo zu sitzen und wie man sich zu verhalten hat, ist genauestens vorgeschrieben.

Entsprechend groß war die Erwartung vor dem ersten öffentlichen Aufeinandertreffen der Verwaltungsratsmitglieder des Klubs seit der Eskalation des Machtkampfes. Der deutsche Utz Claassen hat die Klubführung in Person von Llorenç Serra Ferrer und Jaume Cladera verklagt.

Der Deutsche, dem 20 Prozent der Klubanteile gehören, betrat am Sonntagnachmittag als Letzer die Ehrentribüne, als das Spiel gegen Atlético Madrid bereits begonnen hatte. Einige Verwaltungsratsmitglieder hatten für den Fall seines Erscheinens damit gedroht, die Loge zu verlassen – was zweifellos als schwerer Affront gewertet worden wäre.

Zwar blieben sowohl Cladera, als auch Serra Ferrer an ihrem Platz, die Atmosphäre war jedoch extrem unterkühlt, als sich Claassen näherte. Der Deutsche reichte beiden die Hand – Cladera allerdings verweigerte ihm den Handschlag.

"Das sagt viel aus über das Verhalten des Präsidenten und über seine Erziehung", sagte Claassen einem Bericht der Tageszeitung "Ultima Hora" zufolge später. Der Deutsche wirft der Klubführung vor, ihn beim Kauf seiner Anteile betrogen und einen überteuerten Preis von ihm kassiert zu haben. 

Claassen verfolgte das Spiel dann ganz am Rand sitzend, neben dem Vorsitzenden des balearischen Fußball-Verbandes Miquel Bestard – diesen Platz hatte ihm die Protokollabteilung des Klubs zugewiesen.

Während es auf der Ehrentribüne also um Außersportliches ging, konnte die Mannschaft auf dem Rasen drei wichtige Punkte im Abstiegskampf erringen. Gegen Atlético Madrid kam Real Mallorca zu einem 2:1-Sieg.

In einer turbulenten Phase nach dem Seitenwechsel gingen die Inselkicker mit 2:0 in Führung. Erst erzielte Atléticos Godín ein Eigentor (46. Minute), dann baute Mallorcas Perera die Führung aus (49.).

Zwei Minuten später dann sah Abwehrspieler Iván Ramis wegen eines Handspiels die rote Karte. Den anschließenden Elfmeter hielt Mallorcas Keeper Aouate.

Mit Glück und eifriger Verteidigungsarbeit brachten die Inselkicker den Vorsprung trotz Unterzahl über die Zeit. Atlético schaffte nur noch den Anschlusstreffer durch Falcao (65.).

Am Mittwochabend (20 Uhr) müssen die Inselkicker nun bei Sporting Gijón antreten, bevor dann am Samstag, 24. März, der große FC Barcelona nach Palma kommt (18 Uhr). (jm)

Kommentar

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Lagebeurteiler / Vor über 6 Jahren

Warum über Claassen wundern. Wer das hässliche Gesicht des Deutschen sucht, ist bei ihm an der richtigen Adresse. Ein reiner Abzocker. Vielleicht ist das ja generell die Wesensart von kleinwüchsigen Managern.

ClausD / Vor über 6 Jahren

Sehr geehrter Herr Bull, wenn Betrug zur Umgangsform gehört, hat Mallorca nichts mehr mit dem Rest der Welt zu tun . Seit 30 Jahren geht das so , das Leute hier verarscht werden . Es ist nur ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte Mallorca`s . Erst wenn Mallorca lernt sich wie ein Ehrbarer Kaufmann zu benehmen wird die Insel wieder nach vorne kommen . Mallorca stellt keinen Wert mehr da, weder Moralisch noch Finanzel LEIDER !!!! Mal sehen was das Gericht sagt !!!

bull / Vor über 6 Jahren

ich bin erschüttert wie herr Claassen hier auftritt. Ich schäme mich als deutscher mit finca auf dieser insel für ihn. Ich habe viele kontakte zu spaniern die mich auf Claassen immer wieder ansprechen. Herr Claasssen richtet großen schaden am image der deutschen an, das muss ihm doch bewusst sein. Er verseht offenbar die mallorquinische seele der einheimischen nicht. Dazu kommt seine ganze erscheinung die immer wieder thematisiert wird. Ich glaube er überschätzt seine wirkung hoffnungslos. Er kann doch nicht auf die insel kommen und ernsthaft glauben real mallorca nach seinen vorstellungen auf den kopf zu stellen. Es geht immernoch um fussball, emotionen und nationale identität. Der club ist doch kein anomymes finanzunternehmen. Claassen glaubt wohl, "habe ich erst erfolg werden mich alle verstehen und erst recht liebhaben". Aber dazu wird es nie kommen. Aber so ist fussball, der sympatische jürgen klinsmann hat der welt über den fussball denn netten deutschen gezeigt und Claassen zeigt über den fussball wieder den hässlichen deutschen...