Angebot mit Hintergedanken

Real Mallorca: Vize will Anteile von Utz Claassen zurückkaufen

Unterkühlte Begrüßung: Serra Ferrer (l.) und Utz Claassen vor einigen Wochen bei einem Heimspiel von Real Mallorca.

Unterkühlte Begrüßung: Serra Ferrer (l.) und Utz Claassen vor einigen Wochen bei einem Heimspiel von Real Mallorca.

Foto: Foto: JOAN LLADO

Der Vizepräsident und Hauptanteilseigner des Fußballklubs Real Mallorca, Llorenç Serra Ferrer, hat dem deutschen Miteigentümer Utz Claassen ein Angebot zum Rückkauf eines Teils von dessen Anteilspaket gemacht. Das berichten die Inselmedien am Dienstag.

Den Berichten zufolge hat Serra Ferrer dem deutschen Unternehmer etwas mehr als 500.000 Euro für die Hälfte der Anteile geboten, die sich in dessen Besitz befinden. Claassen ist mit 20 Prozent Anteilen nach Serra Ferrer zweitgrößter Aktionär des Klubs.

Das Angebot des Klub-Vize wird von den hiesigen Medien als Eingeständnis Serra Ferrers gewertet, von Utz Claassen einen überhöhten Preis für die ersten zehn Prozent der Anteile kassiert zu haben. Diesen Vorwurf hatte der deutsche Unternehmer bereits vor Wochen vorgebracht.

Offenbar hatte Serra Ferrer bei den Verkaufsverhandlungen einen falschen Gesamtwert der Klubanteile genannt. Claassen ist seit November 2010 Anteilseigner und Verwaltungsratsmitglied von Real Mallorca. Im vergangenen Jahr vergrößerte er sein Anteilspaket auf 20 Prozent, indem er die Anteile der Familie von Tennisprofi Rafael Nadal übernahm.

Laut der Tageszeitung "Ultima Hora" versucht Serra Ferrer durch sein Kaufangebot einen Rechtsstreit zu verhindern. Claassen sei bereit, wegen des überhöhten Kaufpreises vor Gericht zu ziehen.

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Wilfried Schlüter / Vor über 6 Jahren

"Das Angebot des Klub-Vize wird von den hiesigen Medien als Eingeständnis Serra Ferrers gewertet....", schreiben Sie, doch das kann man auch anders werten, nämlich, dass Serra Claassen die Möglichkeit bietet, beider Gesichter zu wahren, einen Prozess zu vermeiden und mit seinem Geld ggf. wieder nach Düsseldorf zu gehen,.. wo er am besten geblieben wäre.

Natürlich ist das nicht das, was Claassen will. Was er wollte oder nicht wollte, hat er kurz nach seiner "Landung" gesagt: "Den Mallorquinern helfen, ... ihnen jedoch nicht sagen, wie man einen Club führt,...denn die anderen Vorstandsmitglieder sind allesamt fähige Menschen, die in ihrem Leben viel geleistet haben" (ungefähres Claassen Zitat aus MM).

Mehrere Male wiederholte er, wie freundlich er aufgenommen wurde, doch dann drehte sich der mallorquinische Medien-Wind und Herr Claassen drehte sich mit.

Plötzlich sind Serra und Cladera "böse Buben", die ihn nicht über alles aufgeklärt haben und denen er plötzlich 90 Fragen stellte.

Wäre Classen so klug wie er sich "verkauft" (angeblicher Firmensanierer, Bestsellerautor), dann hätte er sich vorher über mallorquinische Abläufe informiert (z.B. das Buch "Queridos Mallorquines/Geliebte Mallorquiner" gelesen).

Wenn er für die Aktien bezahlte, was man ihm abverlangte und zum selben Preis sogar noch mehr kaufen wollte oder sogar gekauft hat, dann kann er doch nicht plötzlich von Betrug sprechen?

Obwohl er gesagt hatte, dass er es nicht wolle, mischte er sich beim Fall Alfaro dann doch ins Management ein, ohne zu wissen, dass solche absurden Verträge leider keine Ausnahmen sind (er sollte Ulli Höeness fragen), erschwert den Herren Serra und Cladera, die ihn so freundlich aufgenommen hatten, die Arbeit und befleckt ihr Ansehen.

Angeblich hat er 120 Ideen vorgetragen, doch ich kenne nur vier, von denen noch keine umgesetzt ist. Vielleicht veröffentlicht MM mal diese Ideen, deren Umsetzung in vielen Fällen unmöglich sein dürften.

Und schliesslich sollte MM bzw. UH den Mallorquinern die ganze Wahrheit über Claassen sagen. Dass er das "intelligenteste Kind" der deutschen Nachriegsgenerationen war und Präsident von Hannover 96, allerdings nur ca. 3 Monate lang, in einer Saison, als der Club drittklassig war und gegen "San Telmo und Binisalem" spielte.

Vermutlich wissen nur wenige, dass er Hannover durch die Hintertür und unter Polizeischutz verlassen musste, als er den beliebten Trainer Franz Gerber feuerte, der als junger Spieler zur Zeit Beckenbauers auf der Bayern-Bank sass und viel gelernt hat. Später liess er beim KSC Trainer Reinhold Fanz feuern, dem er nicht verziehen hatte, dass selbiger ihm gesagt hatte, dass er (Claassen) keine Ahnung habe...

In der IB3-Sendung "golmania" oder so ähnlich, sagte Claassen, Cladera hätte ihm gebeichtet..., und bricht damit das "Beichtgeheimnis", weshalb Cladera seine angebliche Beichte umgehend relativierte.

MM sollte Claassen empfehlen, bei seinen Leisten zu bleiben und seine Show zu beenden, die bisher nur dazu geführt hat, antideutsche Wunden bei den Mallorquinern wieder aufzureissen, die wir Gott sei Dank vernarbt glaubten.

Da ich die erwähnten Herren kenne und schätze (Herrn Classen nur von einem Vortrag über Themen, von denen die Zuhörer mehr Ahnung hatten als er selbst), sehe ich mich zu diesem Kommentar veranlasst.

Ich meine, wer so austeilt wie Herr Claassen, sollte meine kritischen Auffassungen auch einstecken können, oder nicht?