"Das wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht"

Palma de Mallorca |
Sichtlich bewegt und gezeichnet: Romano Liberto van der Dussen während der Pressekonferenz in Palma.

Sichtlich bewegt und gezeichnet: Romano Liberto van der Dussen während der Pressekonferenz in Palma.

Foto: Foto: P. Pellicer

Der Niederländer Romano Liberto van der Dussen, der in Spanien 13 Jahre hinter Gittern verbracht hat, die letzten zweieinhalb auf Mallorca, und erst vergangene Woche freigelassen wurde, hat nun in Palma eine Pressekonferenz gegeben. Der 42-Jährige sagte über seinen Gefängnisaufenthalt: "Es war die Hölle. Das wünsche ich nicht einmal meinem schlimmstem Feind. Teilweise haben die Justizbeamten in der JVA geweint, weil sie wussten dass ich unschuldig war. Aber sie konnten ja ihren Job nicht riskieren." Mehrfach brach der Niederländer während seiner Ausführungen in Tränen aus. 

Van der Dussen war 2003 als vermeintlicher Vergewaltiger in Haft genommen worden. Es ging damals um drei brutale Sex-Attacken, die sich im August 2003 in Fuengirola an der Costa del Sol ereignet hatten. Bereits seit 2007 war bekannt, dass zumindest in einem der Fälle die Täter-DNA nicht von van der Dussen stammt, sondern vom Briten Mark Phillip Dixie, der wegen anderer Verbrechen in London einsitzt. Trotz jahrelanger Bemühungen war die spanische Justiz aber lange nicht davon zu überzeugen, dass van der Dussen unschuldig ist. Bis er nun vom Obersten Spanischen Gerichtshof von dem Vorwurf freigesprochen wurde.

Van der Dussen ist völlig mittellos und lebt derzeit in einem Kloster in Palma. "Mein Vater ruft mich zehn Mal am Tag aus den Niederlanden an", sagte er. Mit seiner Tochter, die er seit Beginn der Haft nicht mehr gesehen hat, konnte er noch nicht telefonieren. Dazu sei er emotional noch zu instabil. (cze)


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