Strafen nur für Freier vorgesehen

Geplante Verordnung in Palma "für gutes Benehmen" lässt Prostituierte außen vor

Festgenommene Straßenprostituierte aus Schwarzafrika nach der Polizeirazzia im Mai 2013 an der Playa de Palma.

Festgenommene Straßenprostituierte aus Schwarzafrika nach der Polizeirazzia im Mai 2013 an der Playa de Palma.

Foto: Foto: Policía Nacional

Sex mit Straßenprostituierten in der Öffentlichkeit, und sei es in finsteren Winkeln, kann die Freier in Palma de Mallorca künftig teuer zu stehen kommen. Werden sie "in flagranti" erwischt, sind Geldstrafen fällig. Das sieht eine städtische Verordnung "für gutes Benehmen" (ordenanza cívica) vor, die den Planungen zufolge zu Beginn der Tourismussaison am 1. Mai in Kraft treten soll.

In Arbeit ist diese Verordnung schon lange. Derzeit setzen sich die Lokalpolitiker mit den Einwendungen gegen das Regelwerk auseinander. Ein erster Entwurf hatte vorgesehen, auch die Prostituierten, die ihre Dienste auf der Straße anbieten, mit einer Geldstrafen zu belegen, wenn sie sich Schulen und Spielplätzen auf weniger als 200 Meter näherten.

Das Vorhaben, auch Dirnen mit Bußgeldern zu sanktionieren, war jedoch höchst umstritten und wurde nun wieder aus dem Entwurf gestrichen. Bestraft werden sollen einzig die Freier, die die Dienste der Frauen in Anspruch nehmen. Schließlich sei es die Nachfrage der Männer, die das Geschäft mit dem Sex, und zum Teil auch die Ausbeutung der Frauen durch kriminelle Organisationen, fördere, heißt es seitens der Stadtverwaltung. 

Die Stadt Palma will, wie mehrfach berichtet, mit der Verordnung das Zusammenleben der Bürger und Besucher im öffentlichen Raum regeln und für die Behörden eine rechtliche Grundlage schaffen. Ziel ist es, diverse als Missstände empfundene und beklagte Erscheinungsformen im gesamten Stadtgebiet, also auch an der Playa de Palma, zu beseitigen. Dazu zählte insbesondere die Prostitution auf offener Straße, wie sie vor allem von Schwarzafrikanerinnen in touristischen Zonen betrieben wurde.  

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