Infantin Cristina sechs Stunden befragt

Königstochter hat Palmas Gerichtsgebäude um 18.10 Uhr verlassen

Sichtlich erschöpft aber offensichtlich zuversichtlich: Cristina de Borbón beim Verlassen des Gerichtsgebäudes.

Sichtlich erschöpft aber offensichtlich zuversichtlich: Cristina de Borbón beim Verlassen des Gerichtsgebäudes.

Foto: Foto: Joan Torres

Insgesamt sechs Stunden musste Spaniens Infantin Cristina am Samstag im Gerichtsgebäude Nummer 3 von Palma dem Untersuchungsrichter, der Staatsanwaltschaft und ihrer eigenen Verteidigung Frage und Antwort stehen. Um 18.10 Uhr konnte die Königstochter das Gebäude verlassen.

Angekommen an der Rampe zum Gerichtsgebäude war sie am Morgen um 9.46 Uhr. Abzüglich der Pausen hat sie insgeamt acht Stunden darin verbracht. Unmittelbar nach ihrem Aussagemarathon ging es für die jüngste Tochter von Juan Carlos direkt zurück zu ihrer Familie.

Unter Applaus verließ der leitende Richter José Castro das Gebäude, aber weder er, noch die Infantin gaben eine öffentliche Erklärung ab.

In der Befragung war es vor allem darum gegangen, inwieweit die Königstochter in die geschäftlichen Aktivitäten von Aizoon involviert war, der Firma ihres Mannes, gegen den wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche ermittelt wird.

Obwohl zu 50 Prozent Anteilseignerin, wies Cristina jegliche Beteiligung an der Geschäftsleitung zurück. Die Frage von Richter Castro, ob sie sich als "Anti-Steuer-Schutzschild" von Aizoon gefühlt habe, verneinte sie entschieden. 

Cristina räumte jedoch ein, Zahlungen mit der Kreditkarte der Firma getätigt zu haben. Die Ermittler untersuchen die Geschäftsaktivitäten von Aizoon in Zusammenhang mit der Stiftung Nóos, der Cristinas Ehemann Urdangarin vorstand.

Die angebliche Unwissenheit kritisierte vor allem der Vertreter der Inititiative "Manos Limpias" (Saubere Hände), die als Nebenklägerin auftritt.

Die Befragung wurde von Demonstrationen auf der angrenzenden Avinguda Alemanya begleitet. Dort trafen sich Gegner der Monarchie, Umweltschützer und Protestierende gegen die Bildungsreform. Insgesamt waren 200 Polizeibeamte im Einsatz, um für die Sicherheit der Infantin zu sorgen. Es war das erste Mal in Spaniens Geschichte, dass ein gebürtiges Mitglied der Königsfamilie eine Aussage vor Gericht gemacht hat. (zap)

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