Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca erwägt derzeit "verschiedene Alternativen" zum Schutz vor Sandverwehungen, nachdem die niedrigen Mauern an der Playa de Palma vorübergehend entfernt wurden. Der Abriss erfolgte im Rahmen von Arbeiten am Drainagesystem, sorgte jedoch zuletzt für wachsenden Unmut bei Anwohnern und Touristen.
"Am vergangenen Wochenende ist angesichts starker Winde extrem viel Sand in die Straßen geweht worden", berichtete die Anwohnervereinigung Asociación de Vecinos del Arenal y Platja de Palma. Deren Vorsitzender Francisco Nogales kritisierte, dass der Sand in Keller und Geschäfte wehe. Er bezeichnete die Mauer als "elementar wichtig für das allgemeine Wohlbefinden der Anwohner".
Mercedes Celeste, Sprecherin der Stadtregierung, räumte am Mittwoch gegenüber der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" ein, dass die Entfernung der Mauern zu Problemen mit Sandverwehungen geführt habe. Sie begründete den Schritt auch damit, dass die bisherige Konstruktion Konfliktsituationen verursacht hätte. "Sie wurden genutzt, um zu jeder Tages- und Nachtzeit Trinkgelage abzuhalten".
Überdies sei die etwa 40 Zentimeter hohe Betonbarriere von fliegenden Händlern vielfach als öffentliche Verkaufsfläche missbraucht worden. Celeste deutete jedoch an, dass die Stadtverwaltung sich des Problems annehme. "Es wird eine Lösung geben, um den Sand zurückzuhalten."
Auch Experten der Balearen-Universität UIB hatte sich vor wenigen Tagen in die Debatte eingeschaltet. In ihren Augen habe die Mauer durchaus ihre Berechtigung, weil sich ohne ihr die Entwässerungsrinnen und Wasserrohre schon bald mit verwehtem Sand füllen könnten. Dies hätte zur Folge, dass bei ergiebigen Regenfällen verstärkt Überschwemmungen auftreten könnten.
Laut Stadtverwaltung wird es eine neue Barriere geben, jedoch werde diese voraussichtlich eine andere Form und Höhe haben. Gleichzeitig verwies Celeste auf die möglichen Vorteile einer mauerfreien Playa de Palma. "So können sich die Gewerbetreibenden der Playa vorstellen, wie die Natur gegenüber dem Zement aufholt."
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