„Spektakuläre Zuwächse”

Die Balearen stehen vor einem großem Comeback. So lautet die Hauptaussage der deutschen Tourismusunternehmen auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB)

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So sonnige Aussichten für die Balearen in Sachen Tourismus hat es seit einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben: Die Bundesbürger zieht es 2011 so stark auf den Sonnen-Archipel, dass die Reiseveranstalter sich sogar nach zusätzlichen Betten und Hotelpartnern umsehen müssen. So lautete zumindest der allgemeine Tenor, den die Reisebranche am Mittwoch zum Auftakt der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) verkündete.

Einen Strich durch die Rechnung könnte indes der drohende Streik der spanischen Flughafenmitarbeiter machen. Gleichwohl betonten alle Befragten die Hoffnung und die Notwendigkeit, hier rasch zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Selbst die Gewerkschaften und der Arbeitgeber, die staatliche Flughafengesellschaft Aena, bekundeten ihre Bereitschaft, zu einer Einigung gelangen zu wollen.

"Es sieht so aus, dass 2011 für alle, die auf den Balearen Geschäfte machen, ein gutes Jahr wird", sagte TUI-Vorstand Volker Böttcher. Europas größter Reisekonzern bestätigt die guten Prognosen für den deutschen Quellmarkt. Die Mallorca-Buchungen lagen je nach Stichtag um 50 Prozent über jenen des Vorjahres. Das war vor allem auf die hohe Zahl der Frühbucher zurückzuführen. "Mallorca steht vor einer außergewöhnlich guten Entwicklung", sagte Böttcher.

Ähnlich positiv äußerte sich Dierk Berlinghoff von Alltours, Deutschlands größtem konzernunabhängigen Reiseveranstalter. "Ein Drittel der Deutschen haben bereits ihre Reisen gebucht." Allein für das Mallorca-Geschäft des Duisburger Unternehmens liegen die Sommerbuchungen derzeit mit 25 Prozent im Plus. Und schon die Zahl der jetzt endenden Wintersaison habe Alltours bei den Mallorca-Gästen einen Zuwachs von 50 Prozent beschert. "Mallorca ist, was die Verbesserung der Hotels angeht, auf dem richtigen Weg", sagte Berlinghoff.

Manuel Butler, Direktor des spanischen Tourismusbüros in Deutschland, geht davon aus, dass sowohl die Balearen als auch das Festland über das laufende Jahr einen Urlauberzuwachs von fünf Prozent registrieren werden. Ende Januar hatte das Buchungsplus für Mallorca 24, für Spanien 22 Prozent betragen. Verantwortlich für diese "spektakulären Zuwächse" seien das Ende der Wirtschaftskrise in der Bundesrepublik und die positive Lage am Arbeitsmarkt. "Das Angstsparen der Deutschen ist vorbei."

Spanien und die Balearen profitierten nach Butlers Worten bei den Frühbuchungen aber auch von der unsicheren Lage im verschuldeten Griechenland sowie von den politischen Unruhen in Tunesien und Ägypten. Diese Ausnahme-Umstände würden 2011 dazu führen, dass die allgemeine Marktlage jener vor 15 Jahren ähnelt, "als man nichts unternehmen musste, um Urlauber nach Spanien zu locken."

Sören Hartmann, Vorstand der Rewe-Touristik, sprach von einem neuen Mallorca-Boom. Die Buchungen lagen zweistellig im Plus. Allerdings stellte Hartmann eine tendenzielle Verschiebung der Buchungen fest: weg von den Monaten April und Mai, hin zu Oktober und November. Der Grund hierfür sei der klimatische Wandel. Hartmann gab zudem der Hoffnung Ausdruck, dass die positive Mallorca-Stimmung auch für den kommenden Winter zum Tragen komme.

Die hohe Nachfrage nach der Sonneninsel lässt die deutschen Reiseveranstalter auf die Suche nach neuen Hotelpartnern gehen, um genügend Betten im Angebot zu haben. TUI-Vorstand Böttcher sprach auch das heikle Thema "Overbooking" an. Er hoffe, dass die Hotels ihre Arbeit gut machten und die Kunden das erhielten, was sie gebucht hatten. Mallorca müsse die Gäste gut behandeln, damit sie im nächsten Jahr wiederkommen.

"Die Balearen profitieren 2011 von geliehenen Gästen aus anderen Destinationen", sagte Thomas-Cook-Vorstand Peter Fankhauser. "Jetzt geht es darum, aus ihnen Stammkunden zu machen, indem man ihnen den perfekten Urlaub bietet."

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