Elf Mallorquiner müsst ihr sein

Bei Real Mallorca setzt man auf den Nachwuchs

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Die Zuschauer in Utrecht wollten ihren Augen kaum trauen. „Und das soll die erste Mannschaft sein?”, fragte ein ungläubiger Zaungast angesichts des jugendlichen Alters der Spieler in Rot. Fußball-Erstligist Real Mallorca mutet in diesen Tagen eher wie eine Nachwuchsmannschaft denn wie ein Team gestandener Profis an. Zwölf Spieler stammen aus der eigenen Jugend, acht von ihnen sind auf einer der Balearen-Inseln geboren.

„Wir wollen verstärkt mit Nachwuchsspielern arbeiten”, hatte der neue Trainer Michael Laudrup bereits bei seiner Präsentation vor vier Wochen gesagt. „Der Kader ist ausgeglichen. Entscheidend ist ohnehin nicht das Alter, sondern die Führungsqualität.” Und so sollen neben den bereits Erstliga-erfahrenen Víctor Casadesús, Pep Lluís Martí, Iván Ramis und Tuni Adrover auch eine Reihe Jungspunde ihren Beitrag zu einer gelungenen Saison leisten.

Besonders hoch sind die Erwartungen etwa an den Angreifer und Ex-U21-Nationalspieler Emilio Nsue, der zuletzt nach San Sebastián in die zweite Liga ausgeliehen war. Zum ersten Mal macht er bei den Profis die komplette Saisonvorbereitung mit und soll einer der neuen Offensiv-Leistungsträger des Teams werden, nachdem mit Aritz Aduriz der gefährlichste Stürmer den Klub verlassen hat. Als Geheimtipp unter Mallorcas Hoffnungsträgern gilt allerdings ein anderer: der 19-jährige Franzose Michael Pereira begeisterte während des Traininsglagers im niederländischen Ermelo und verleitete aufgrund seiner Dribbelkünste schon zum einen oder anderen Vergleich mit Brasiliens Superstar Robinho.

Ganz freiwillig setzt Real Mallorca allerdings nicht auf die Jugend. Angesichts eines Schuldenberges von mehr als 60 Millionen Euro und eines laufenden Insolvenzverfahrens muss der Klub seine Ausgaben drastisch reduzieren. Statt wie bisher fast 50 Millionen Euro wird der Etat in dieser Saison wohl nur noch etwas mehr als die Hälfte betragen.

Um zumindest ein paar zusätzliche Euro in die Kassen zu bekommen, kämpft der Klub weiter um die Teilnahme am internationalen Wettbewerb. Der Internationale Sportgerichtshof prüft derweil, ob der Ausschluss aus der Europa-League durch den Fußballverband Uefa rechtens war. Wegen des laufenden Insolvenzverfahrens hatte Real Mallorca seinen Startplatz verloren. Mit einem Misserfolg endete auch das niederländische Trainingslager: Das Testspiel gegen den FC Utrecht verlor Real Mallorca am Ende mit 0:2. (jm)

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