Preispolitik: Gewinnen mit der Krise

Die derzeitige Wirtschaftsflaute macht nicht alles teurer. Stellenweise geben die Preise deutlich nach

Der Rohölpreis ist so niedrig wie lange nicht mehr, die Immobilienpreise geben nach, selbst Gold ist nicht mehr so teuer wie auf dem Höhepunkt der Börsenpanik im September, und auch bei Grundnahrungsmitteln (Weizen, Zucker, Milch) tendieren die Weltmarkpreise wieder nach unten. Hinzu kommen zahlreiche Rabattaktionen des Handels und Subventionen des Staates, etwa beim Kauf von Neuwagen. So manche Entwicklung ist eine direkte Folge der derzeitigen Wirtschaftsflaute, bei anderen wiederum lassen sich die kausalen Zusammenhänge nicht immer erschließen. Ein Beispiel hierfür ist Rohöl: Von 2004 bis Ende 2007 pendelte der Preis für Nordsee-Öl relativ konstant zwischen 40 und 80 Dollar pro Barrel, um dann innerhalb weniger Monate auf bis zu 150 Dollar hochzuschießen und kurz drauf wieder steil abzustürzen. Zu Wochenbeginn betrug der Preis gar nur 39 Euro. Das war so wenig wie seit vier Jahren nicht mehr.

Das Auf und Ab beim Öl lässt Wirtschaftsfachleute nur staunen. Fest steht, dass mit dem Nachgeben des Preises Benzin und Diesel deutlich weniger kosten als noch vor ein paar Monaten. Das drückt auch die Inflationsrate. Sie sank in Spanien von 5'3 Prozent im Juli auf 3'6 Prozent im Oktober.

Fest steht aber auch, dass die Mineralölkonzerne vor allem in Spanien die Einsparungen beim Einkauf nicht in vollem Umfang an ihre tankenden Kunden weitergeben. Das hat vor Kurzem sogar die spanische Zentralbank moniert. Nach wie vor ist Treibstoff auf Mallorca günstiger (Super Benzin um einen Euro) als in Deutschland (1'13 Euro).

Der sinkende Ölpreis bringt auch die Airlines unter Druck. Lufthansa kündigte an, den Kerosinzuschlag in Europa um drei auf 21 Euro zu senken. „Ultima Hora” wiederum zitierte Air-Berlin-Direktor Álvaro Middelmann dahingehend, dass Flugtickets im ersten Quartal 2009 möglicherweise billiger werden könnten.

Sinkende Preise sind auch aus dem Immobilienbereich zu vermelden. Mit der jüngsten Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank werden Hypotheken günstiger, obgleich sich die Banken ähnlich wie die Ölkonzerne zieren, die Abschläge unmittelbar an ihre Klienten weiterzugeben. Die Preise für Wohnungen sanken nach einer Marktstudie spanischer Makler (IMIE) auf den Balearen in den vergangenen zwölf Monaten um 8'4 Prozent. Auch im Mietmarkt sind die Zeiten „sehr mieterfreundlich”, sagt Steffen Döhne von der Mallorca Mietbörse. Während bei Edel-Immobilien gar Zuwächse beim Mietpreis registriert werden, sank dieser für Standardwohnungen seit Jahresbeginn um acht bis 14 Prozent. (as)

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