Lifting für die Lonja

2,5 Millionen Euro für die alte Seehandelsbörse: Das Juwel mallorquinischer Baukunst wird restauriert. Eindringende Feuchtigkeit ist eines der größten Probleme

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Der Kostenvoranschlag ist beachtlich. Die Restaurierung der Lonja, der historischen Seehandelsbörse von Palma, soll 2'5 Millionen Euro verschlingen. Darin enthalten sind die Kosten für Decke und Dach, die Reinigung der Außen- und Innenfassaden, die Reparatur einiger Sprünge im Mauerwerk. Ob und wie die alten Wasserspeier an den Außenwänden repariert werden, steht noch nicht fest. Sie sind von besonderem architektonischen Wert; jeder der "Gárgolas" ist unterschiedlich gestaltet.

Mit Planung und Durchführung der Arbeiten wurde der Architekt Pere Rabassa beauftragt. Der MM-Schwesterzei-tung Ultima Hora erklärte er jetzt die Grundzüge seines Vorhabens. Für vorrangig hält er die Restaurierung des Daches. Hier waren im 17. Jahrhundert Bauteile eingefügt worden, die die Neigung des Daches verändert haben. So konnte Feuchtigkeit in das Gebäude eindringen. Rabassas Vorschlag muss noch vom Amt für Denkmalschutz und den balearischen Ministerien für Kultur und Bauwesen genehmigt werden. Er ist davon überzeugt, dass die Wiederherstellung des ursprünglichen Flachdaches, wie es der Baumeister Guillem Sagrera entworfen und durchgeführt hatte, die beste Lösung ist.

Sein Vorschlag würde natürlich auch die Innendecke betreffen, die bislang aus Holz, verstärkt durch Eisenträger, besteht. In den Zwischenräumen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel Schmutz, auch durch die Verlegung von Elektrokabeln angesammelt. Rabassas Vorschlag des Flachdaches würde ständige Reinigung und Wartung nötig machen.

Alte Kabel, Baumaterial und Dachpappe sind überhaupt in vielen Gebäudeteilen versteckt, auch in den oberen Teilen der Türme. Dieses Material hat vermutlich mehr Schaden angerichtet als die Tatsache, dass sich einst in einem der Türme eine Latrine befand.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Restaurierung ist die Reinigung der Außenfassade, die aus dem für Mallorca typischen, porösen Sandstein aus Santanyí besteht. Erste Schwierigkeit war bereits die Aufstellung der Gerüste, die nicht, wie bei anderen Bauten, an der Fassade verankert werden können. Sie sind mobil, müssen frei stehen und sind damit weitaus tiefer als üblich. Außerdem müssen sie so hoch sein, dass gleichzeitig Mauerrisse auch in den oberen Bauteilen bearbeitet werden können.

Um die Lonja auch während der Restaurierungsarbeiten "sehen" zu können, werden noch Sponsoren für sogenannte bedruckte Schürzen gesucht, die die Gerüste verbergen könnten.

Nach der Entfernung von Pilzbefall und Verschmutzung durch Abgase und Feuchtigkeit wird der Stein versiegelt, um weiteren Befall zu verhindern.
Im Innenraum hat sich vor allem in den Gewölben Feuchtigkeit durch Kondenswasser eingenistet. Eindringende Feuchtigkeit ist ohnehin eines der größten Probleme des Baus. Sie dringt nicht nur durch das Dach ein, sondern auch durch einen Baum, der an der Westseite des Gebäudes steht. Die Wurzeln einer riesigen "Lagunaria patersonia" reichen weit in das Fundament hinein. Der Baum ist naturgeschützt. Dennoch spricht sich Rabassa für eine Umpflanzung aus: "Hier muss man klar entscheiden, was wertvoller ist - der Baum oder das Gebäude." Außerdem soll ein großer Gummibaum umgepflanzt werden. Rabassa spricht sich auch dafür aus, die Fronten des Gebäudes klar sichtbar zu machen.

Rabassa will auch die Tauben, die sich an den Außenfassaden niederlassen, durch Schutzgitter fernhalten. Ihre Exkremente sind aufgrund der Säure schädlich für den Stein.

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