Brot und Spiele für das Volk

Vor den Wahlen macht die Balearen-Regierung Gute-Laune-Politik

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Sogar das Kronprinzenpaar hat mitgespielt: Rechtzeitig vor den Wahlen präsentierten die stolzen Eltern kürzlich dem erwartungsfrohen Volk ihre zweite Tochter. Die direkte Thronfolge ist nun also schon doppelt gesichert – wenn das keine gute Nachricht ist. Zugegeben: Daran dürften die Balearen-Politiker nun wirklich keinen Anteil haben. Ansonsten lassen sie in diesen Wochen aber nichts unversucht, um gute Stimmung zu verbreiten. Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren.

Dabei tut sich besonders die Regierung hervor, wenn sie auch nicht immer ein glückliches Händchen hat. So musste Ministerpräsident Jaume Matas sein neuestes Prestigeprojekt ganz schnell wieder in der Schublade verschwinden lassen – das geplante Operngebäude an Palmas Hafen darf er nach dem Willen der Wahlaufsicht nun erst nach dem Urnengang vorstellen. Zumindest muss er auf diese Weise auch noch nicht jetzt erklären, wie er ein Opernhaus in Palma rentabel zu betreiben gedenkt.

Aber zumindest ist ja die Metro rechtzeitig fertig geworden. Und die schicken neuen Autobahnen sind auch befahrbar. Ja, sogar dort, wo auf Palmas Stadtautobahn vier lange Jahre die Schlaglöcher klafften, rollt es sich nun dank der nachtaktiven Teerkolonne geradezu komfortabel – wobei das eher eine Wohltat des Inselrats gewesen sein dürfte.

Der Gipfel der Gute-Laune-Politik aber war zweifellos das ulkige Tennismatch Nadal-Federer in Palmas nagelneuem Velodrom (vor wenigen Wochen eröffnet). 1'2 Millionen Euro hat sich die Regierung den Spaß kosten lassen, die beiden weltbesten Tennissportler auf einem unbespielbaren Rasen-Sand-Platz gegeneinander antreten zu lassen.

Hat sich Matas eigentlich schon einmal gefragt, ob sich die „Wetten, dass..?”-Übertragung aus Palma nicht um ein paar Wochen vorverlegen ließe? Das würde sicher noch den einen oder anderen von seinen Macherqualitäten überzeugen. Ganz so weit reicht die Macht des Ministerpräsidenten dann aber wohl doch nicht. Wobei: Von April neun Monate zurückgerechnet macht August. Wo waren denn da Felipe und seine Letizia? Richtig: in Palma.

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