Urlauberfeindliche Grüppchen haben auf Mallorca keine Chance
Es gibt auf diesem unseren Planeten wenige multikulturellere Orte als Mallorca. Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen leben hier seit Jahrzehnten friedlich zusammen und respektieren sich gegenseitig. Ob Deutsche, Briten, Skandinavier, alteingesessene Insulaner, Festlandspanier, Südamerikaner, Inder oder Chinesen – hier wird eine Toleranz gelebt, wovon woanders in dieser im Augenblick engstirnigen und von Nationalismen geprägten Zeit nur geträumt wird. Und hier wird leben gelassen. Humangeograph Pere Salvà spricht denn auch im MM-Interview von einer „Gesellschaft mit zahlreichen Identitäten”. Nun ist es so, dass Mallorca bekanntlich auch zahllose Menschen anzieht, die sich hier nur kurze Zeit aufhalten und die die Schönheit der Insel in ihrer großen Mehrheit einfach nur genießen wollen, nämlich die Touristen. Dass winzige radikale Grüppchen wie Arran seit einiger Zeit versuchen, den dumpfbackigen regionalistischen Zeitgeist aus Katalonien mit plumpen Anti-Urlauber-Aktionen zu importieren, ist angesichts des liberalen Selbstverständnisses von Mallorca natürlich ärgerlich. Denn hier wird nicht nur gegen Touristen agiert, sondern gegen die Toleranz an sich. Diese verbohrten Leute versuchen, ein anschwellendes und durchaus nachvollziehbares Unbehagen bei den Mallorquinern über die touristische Massifizierung auszunutzen. 60 Prozent zeigten sich bei einer Umfrage nicht abgeneigt, eine Urlauber-Höchstgrenze zu fixieren. Das ist zwar in einem freien Europa nicht umsetzbar, muss aber zu denken geben. Ungeachtet dessen ist es unwahrscheinlich, dass die fremdenfeindlichen Sektierer an Einfluss gewinnen werden. Denn auch diejenigen, die eine Massifizierung vernunftbegabt kritisieren, wissen, dass Mallorca ohne Tourismus größte Probleme drohen. Es ist angenehm, gelassen konstatieren zu können, dass diese internationale Insel zu sehr in sich selbst ruht, als dass ein paar verbiesterte Ideologen mit ihren flackernd-feindseligen Blicken auch nur die geringste Chance hätten. Autor: Ingo Thor
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