Immer neue Rekorde am Flughafen auf Mallorca

| | Palma, Mallorca |
Sommerlicher Hochbetrieb am Flughafen von Palma.

Sommerlicher Hochbetrieb am Flughafen von Palma.

Foto: A. GINARD

Im Juli sind auf Palmas Flughafen Son Sant Joan erstmals mehr als vier Millionen startende und landende Passagiere registriert worden. (Die staatliche Flughafen-Betreiberin Aena verwendet für die statistische Erfassung das Prinzip der Doppelzählung, im Schnitt kann man jedoch davon ausgehen, dass knapp zwei Millionen Urlauber nach Mallorca und anschließend wieder in ihre Heimatländer flogen.) Nie zuvor hatten in einem Monat Juli so viele Menschen - 4,175 Millionen - das Flughafenterminal passiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Zuwachs 5,2 Prozent beziehungsweise 449.066 Personen. Nicht zu vergessen, dass bereits das Jahr 2016 zum absoluten Rekordjahr des Airports zählt, seitdem dieser 1960 den Betrieb aufgenommen hatte.

Noch intensiver fällt der Zuwachs ins Auge, wenn der Juli 2017 mit demselben Monat 2015 verglichen wird: Hier betrug der Anstieg der Passagierzahlen 18,64 Prozent. 2016 starteten und landeten in Son Sant Joan rund 26,25 Millionen Menschen. Für dieses Jahr wird ein neuer Rekord erwartet.

Doch wie kommt es zu diesem starkem Anstieg an Passagieren? Für den Direktor des Airports von Palma, José Antonio Álvarez, gibt es nicht einen einzelnen Grund, sondern ein ganzes Bündel von Ursachen für die Zunahme.

Zum einen fällt auf: Die Zunahme der Übernachtungszahlen in der Hotellerie hält keineswegs Schritt mit dem Wachstum der Passagierzahlen. Das bedeutet, es fliegen mehr Menschen die Urlaubsdestination Mallorca an, doch sie verbringen kürzere Aufenthalte auf der Insel. Statistiken aus der Hotellerie sprechen für diesen Trend: 2008 betrug die mittlere Aufenthaltsdauer in einem Hotel noch 5,73 Tage, 2016 waren es lediglich 5,54, recherchierte das Wirtschaftsmagazin der Mediengruppe Serra, "El Económico". In den ländlichen Unterkünften (agroturismo) sank die durchschnittliche Aufenthaltszeit im selben Zeitraum von 4,63 auf 3,92 Tage.

Am deutlichsten zeigt sich diese Entwicklung in den touristischen Apartments: Hier verringerte sich die mittlere Urlaubsdauer von 9,29 auf 6,9 Tage. Das heißt, die Mallorca-Urlauber halten sich häufiger für kürzere Zeiträume auf der Insel auf, kommen dafür aber mitunter mehrfach im Jahr. In diesem Sinne sind auch die sogenannten Citybreaks zu sehen: Kurzurlaube oder verlängerte Wochenenden in Palma das ganze Jahr hindurch zum Shoppen, Schlemmen, Schlummern. Solche Entwicklungen führen ebenso zu einem Passagierplus am Airport wie andere Faktoren: Die unsichere Lage in Nordafrika und im östlichen Mittelmeer, das größere Angebot von Privatwohnungen zum Mieten, die relativ günstigen Ölpreise, die die Flugpreise erschwinglich halten, der Konkurrenzkampf der Airlines untereinander im Kampf um Marktanteile.

Wie will Son Sant Joan auf die wachsende Inanspruchnahme reagieren? Der Flughafen-Fortentwicklungsplan Dora sieht für die Jahre 2017 bis 2021 Investitionen in Höhe von 292,8 Millionen Euro vor. Mit dem Geld sollen die Abläufe in der Infrastruktur geschmeidig bleiben. So wurden etwa jüngst mehr automatische Türen als Zugang zur Sicherheitskontrolle eingerichtet und längere Ablagetische angeschafft. Auch soll das automatische Befördern der Koffer vom Check-in zum Flugzeug und umgekehrt bis zur Gepäckausgabe modernisiert werden.

Der Airport sieht sich noch lange nicht am Ende seiner Kapazität. Das Gebäude ist von den Ursprungsplänen zufolge für bis zu 34 Millionen Passagiere ausgelegt. Der reelle Zuwachs bis 2021 wird indes auf 28,5 Millionen prognostiziert. (as)

(aus MM 35/2017)

Kommentar

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Michael Pempelfort / Vor 2 Monaten

Ob das so weitergeht ist noch längst nicht ausgemacht. Da brauchen nur noch ein paar Haie, Schlangenplage, Wein-Virus oder Tigermücken auf die Insel zu kommen und schon suchen sich die Urlauber Alternativen. Man wird ja heute ohnehin überall auf der Insel abgezockt als Touri. Nicht nur mit dieser ungerechten Übernachtungssteuer. Sizilien, Malta, Zypern, Portugal usw. sind mindestens genauso attraktiv und könnten schnell aufholen wenn sie die Touristenwünsche noch etwas besser erfüllen.