Santa Ponça will in die Tennis-Weltspitze

| Santa Ponça, Calvià, Mallorca |
Sein Büro hat Zebergs in Santa Ponça, die Tennisanlage entsteht derzeit ganz in der Nähe am Country Club.

Sein Büro hat Zebergs in Santa Ponça, die Tennisanlage entsteht derzeit ganz in der Nähe am Country Club.

Sein Büro hat Zebergs in Santa Ponça, die Tennisanlage entsteht derzeit ganz in der Nähe am Country Club.Centre Court mit Marés-Steinen aus Mallorca als Einfassung. Hier wird nicht gespart.

Serena Williams auf Mallorca? In Zukunft sei das durchaus möglich, meint Peer Zebergs, einen Kontakt zu der amerikanischen Weltranglistenersten und Interesse ihrerseits gebe es bereits. Es hat sich herumgesprochen, dass vom 13. bis zum 19. Juni ein Rasenturnier für die besten Tennisdamen der Welt auf Mallorca seine Premiere feiert.

In dieser Kalenderwoche konkurriert Mallorca nur mit einem Turnier in Birmingham, hat aber gegenüber den Engländern einen klaren Standort- und Wettervorteil. Die Mallorca Open liegen zudem nach dem Ende der Sandplatzsaison und vor dem wichtigsten Rasenturnier der Welt in Wimbledon (27. Juni bis 16. Juli). "Das Datum ist genial", frohlockt Zebergs, deswegen sei auch eine Spielerin wie Williams interessiert, sobald das neue Turnier einmal etabliert sei.

Die "e/motion"-Gruppe, für die der Schwabe tätig ist, betreibt für das neue Sport-event einen großen Aufwand. Direkt gegenüber dem Country Club in Santa Ponça werden derzeit unter anderem sechs Rasenplätze nach den neuesten Standards angelegt. Allein das erfordert viel Technik und viel Geduld.

Der Untergrund, der sogenannte Top Soil, besteht aus einer ganz bestimmten Erdmischung. 2000 Tonnen davon sind eigens aus Valencia geholt worden. Darauf wird dann ein spezielles Wimbledon-Gras gesät, das sogenannte Rye-Gras, das auch für sommerliche Temperaturen geeignet ist. "Die Härte des Platzes wird über das Absprungverhalten des Balls exakt gemessen. Dafür werden an den verschiedenen Stellen des Courts über 1000 Bälle maschinell gespielt", erklärt Zebergs. Um die Qualität zu sichern, wurde eigens Neil Stubley als Berater geholt, oberster Chef der Rasenpfleger in Wimbledon.

Ursprünglich sollten die Rasenplätze übrigens an Palmas Stadtautobahn entstehen, nach verwaltungstechnischen Problemen entschied man sich für Santa Ponça, wo die Betreiber des Country Clubs ohnehin ein Projekt für eine neue Tennisanlage begonnen hatte. Neben den sechs Rasenplätzen wird es dort zudem zehn Sand- und Hartplätze geben.

So wie sie jetzt designt ist, wird die neue Anlage mehrere Millionen Euro kosten. Ein besonderer Clou ist das zentrale Klubhaus mit Mixed-Zone, Pool-Lounge und einer Roof-Top-Bar. "Von dort haben Sie einen unglaublichen Ausblick über die gesamte Anlage und auf das Meer vor Santa Ponça", schwärmt Zebergs, der von der Anziehungskraft der Insel überzeugt ist. "Ich gehe davon aus, dass wir drei bis vier deutsche Top-Spielerinnen bekommen, wie Lisicki oder Petkovic", sagt er.

Der 56-jährige Schwabe weiß, wovon er redet. Er hat als Anwalt für Sportrechte jahrelang für den legendären Axel Meyer-Wölden gearbeitet, der unter anderem Tennislegende Boris Becker betreut hatte. Mit Becker verbindet ihn bis heute eine Freundschaft. Nach Stationen beim Sportrechtevermarkter CDL an der Seite von Ex-Fußballstar Günter Netzer und zwei Jahren als Europachef der Tennisspielervereinigung ATP-Tour arbeitet Zebergs seit sechs Jahren für die Agentur "e/motion".

Dort zeichnete er unter anderem für die Organisation des Mercedes-Cups in Stuttgart verantwortlich, das vor einem Jahr Premiere als Rasenturnier feierte. Der erste Sieger dort hieß übrigens Rafael Nadal, für dieses Jahr hat sich auch Roger Federer angesagt. Hier hat sich die Turnierverlegung auf die Wochen vor Wimbledon ausgezahlt, Gleiches plant Zebergs deshalb auch für die Mallorca Open.

Seit Kurzem lebt er nun auf der Insel und die Mallorca Open sind sein Baby, das sich schon in der Frühphase prächtig entwickelt. Dass mit der aktuellen Weltranglisten-Dritten Garbiñe Muguruza bereits Spaniens Top-Spielerin zugesagt hat, sieht Zebergs als klares Signal. "Ich habe sie frühzeitig angesprochen.

Sie ist der kommende Star der Tennisdamen und mit 22 die jüngste Top-Ten-Spielerin", sagt er. "Groß, aggressives Spiel, mit einem Top-Volley ausgestattet und einer sexy Ausstrahlung", sagt er. Solche Aushängeschilder brauche der Sport und auch Mallorca. Die Zielrichtung ist für Zebergs klar. "In zwei Jahren wollen wir zu den beliebtesten Damenturnieren der Welt gehören."

INFO
Tickets für die Mallorca Open gibt es ab Mitte Januar im Vorverkauf über www.wtamallorca.de. Die Preise liegen zwischen 25 und 70 Euro, Kinder bis acht Jahre haben freien Eintritt.

(aus MM 1/2016)

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