Jäger ohne Schießgewehr

Alte Tradition auf Mallorca: Mit Lasso und Rute auf Ziegenfang

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Jagen als Filigranarbeit: Die Ziegen werden mit einer Rute und einem Lasso eingefangen.

Foto: Foto: Pere Bota

Wenn diese Jäger auf die Pirsch gehen, wird weder scharf geschossen noch liegt am Ende ein totes Tier auf dem Boden. Mallorcas "Ziegencowboys" fangen die Tiere mit Hilfe von Jagdhund und Lasso: Der Hund treibt die Ziege in die Enge, wo sie nicht mehr flüchten kann. Anschließend nähert sich der Jäger mit einer Rute, an der ein Lasso befestigt wurde und legt es der Ziege um den Hals. Es ist so geknotet, dass sich das Tier nicht strangulieren kann.

Auf Mallorca gehen rund 80, überwiegend junge Jäger dieser alten Tradition nach, vor allem im Tramuntana-Gebirge. Es ist mehr als ein Hobby für die caçadors de cabres a llaç , sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Regulierung der Ziegenpopulation auf der Insel. Sie konzentrieren sich auf die Mischrassen, sortieren diese aus, um unter anderem die einheimische Rasse zu schützen. Die Mallorquinische Ziege ist leicht an ihrem schwarzen Kopf zu erkennen.

"Es ist eine selektive Jagd. Entweder werden die Tiere anschließend geschlachtet und verzehrt oder umgesiedelt, falls sie zum Beispiel in Agrarregionen die Pflanzen zerstören", erklärt Enrique Fernández von der balearischen Jägervereinigung.

Ausnahmsweise werden alte oder kranke Ziegen gelegentlich getötet und als Futter für die Aasfresser zurückgelassen. Gefangen werden überwiegend Ziegenböcke, die Weibchen und der Nachwuchs werden nicht gestört.

Jährlich werden etwa 3500 Ziegen auf der Insel gefangen. "Es ist eine Art nachhaltiges Jagen, ohne zu töten", sagt Esteva Serna, Sprecher der "Vereinigung der Ziegenjäger mit Lasso".

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