Ähnlich hatte sich der Präsident der Eigentümervereinigung Habtur, Joan Miralles, geäußert. Die Gebührenordnung bewirke, dass lediglich Reiche mit hochwertigem Immobilienbesitz Zugang zum Marktsegment der Ferienvermietung erhalten könnten. Es sei ein Unding, diesen Markt nicht regulieren und somit die Schwächeren schädigen zu wollen.
Bereits am Vortag hatte Miralles die geplanten Tarife kritisiert. Danach müssen Eigentümer von Einfamilienhäusern pro Schlafplatz 4000 Euro an die Gästebettenbörse bezahlen – genauso viel wie ein Hotelier. Sehr zum Unverständnis von Miralles: „Ein Hotel mit einer touristischen Ferienvermietung in einem Wohnhaus zu vergleichen, ist, wie wenn man ein McDonald's-Lokal mit einem familiengeführten Restaurant vergleicht”, sagte der Habtur-Präsident. Sollte die Tariftabelle nicht überarbeitet werden, werde sich die Vereinigung für einen Wechsel der parlamentarischen Mehrheit bei den kommenden Regionalwahlen stark machen.
Der Streit um die Ferienvermietung und ihre Regulierung hat auch den Stadtrat von Palma beschäftigt. „Die Ferienvermietung ist ein Mechanismus, um Menschen aus ihren Wohnungen zu vertreiben", sagte Palmas Bürgermeister Antoni Noguera mit Blick auf den Wohnungsmietmarkt am Dienstag in der Debatte um den Zustand der Balearen-Hauptstadt. Die konservative Oppositionsführerin Margalida Duran sagte: „Noch nie zuvor ist eine touristische Stadt von einer so tourismusfeindlichen Rathausführung verwaltet worden." Noguera antwortete an die Adresse der bürgerlichen Oppositionspartei Ciutadanos: "Ihr würdet die Stadt an jedwedes Unternehmen verkaufen."
Der Zonenplan von Palma, der eine jegliche Ferienvermietung in Mehrfamilienhäusern – sprich in Wohnungen – verbieten möchte, steht im Zentrum der Kritik. Der spanische Verband für touristische Immobilien (Fevitur) hat Klagen gegen den städtischen Zonenplan angekündigt. Das Papier, das die Ferienvermietung im Stadtgebiet regeln solle, sei einseitig und juristisch nicht haltbar, da ein wichtiger Wirtschaftsbereich vom Mietmarkt ausgeschlossen werde.
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