Bauzá in Sa Pobla ausgepfiffen

Sprachenstreit sorgt für angespanntes Sant-Antoni-Fest

SA POBLA. FIESTAS POPULARES. REVETLA DE SANT ANTONI. NIT BRUIXA POBLERA.

Bauzá und Lokalpolitiker beim Sant-Antoni-Fest in Sa Pobla.

Foto: Foto: Miquel A. Cañellas
SA POBLA. FIESTAS POPULARES. REVETLA DE SANT ANTONI. NIT BRUIXA POBLERA.SA POBLA. FIESTAS POPULARES. REVETLA DE SANT ANTONI. NIT BRUIXA POBLERA.MURO. FIESTAS POPULARES. REVETLA DE SANT ANTONI. LOS DIMONIS DE SA PEDRERASA POBLA. FIESTAS POPULARES. REVETLA DE SANT ANTONI. NIT BRUIXA POBLERA.SA POBLA. FIESTAS POPULARES. REVETLA DE SANT ANTONI. NIT BRUIXA POBLERA.

Der balearische Ministerpräsident José Ramón Bauzá ist beim traditionellen Sant-Antoni-Fest von rund 200 meist jungen Teilnehmern ausgepfiffen und beschimpft worden. Sie warfen ihm vor, ihre Sprache, das Katalanische bekämpfen zu wollen. (Zum Video.)

Bei der volksfestartigen Feier kam es offenbar auch zu Rempeleien. Agrarminister Biel Company erhielt nach einem Bericht der spanischen Tageszeitung "Ultima Hora" einen Schlag in den Nacken, eine Gemeinderätin wurde mit einem Stein beworfen.

Bauzá war zunächst bester Stimmung nach Sa Pobla gefahren. "Ich befinde mich auf dem Weg, um dort gemeinsam mit Bürgermeister Biel Serra und dem Gemeinderat an der Eröffnung des Sant-Antoni-Festes teilzunehmen", hatte der Politiker kurz zuvor über Twitter mitgeteilt.

Doch als kostümierte Teufel mit ihrem feurigen Tanz loslegen sollten, wurde Bauzá von vielen Menschen in der Zuschauermenge ausgebuht. Harte Kost gab es auch während der Aufführung, bei der ähnlich wie an Karneval in Deutschland, derbe Sprüche an die Adresse der Obrigkeit vorgetragen werden.

Volksdichter reimten etwa unter Anspielung auf den mittelalterlichen Gelehrten und Philosophen Mallorcas auf Katalanisch: "Sie sind wie ein Splitter im Auge, und sie wollen zu Grabe tragen die Sprache und die Kultur, die Ramon Llull so liebte."

Abgesehen von den politischen Dissonanzen verliefen die diesjährigen Feierlichkeiten in der Sant-Antoni-Hochburg Sa Pobla ohne weitere Zwischenfälle. Das musikalische Feuerspektakel, bei dem die Teufel das Rathaus symbolisch abfackeln, lockte wieder Tausende Zuschauer an.

 

 

 

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Lars Kuhn / Vor über 5 Jahren

Es ist sehr bedauerlich für mich lesen zu müssen, wie Intoleranz, Indifferenz, Regionalismus und Kleingeistigkeit die Feierlichkeiten in Sa Pobla trüben. Haben die Menschen dort keine anderen Sorgen, hätten sie ja eigentlich Zeit sich ein wenig differenzierter mit der Sprachenpolitik Bauzas auseinanderzusetzen. Ich jedenfalls begrüße ausdrücklich seine Politik der Zweisprachigkeit und Toleranz dem Kastilischen (immerhin eine der gültigen Landessprachen) gegenüber!