Warum immer mehr Bäckereien auf Mallorca von Chinesen betrieben werden

In den vergangenen Monaten schlossen einige von chinesischen Unternehmern betriebene Geschäfte oder lösten ihre Bestände auf.

Szene in einer Bäckerei in Palma. | ARCHIV

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Die zahlreichen chinesischen Unternehmer auf Mallorca ändern ihr Geschäftsmodell: Die Ostasiaten, die viele "Basare" genannte Gemischtwarenläden auf der Insel betreiben, wenden sich vermehrt Bäckereien und Kinderparks zu. Das hat der Präsident des Chinesischen Verbands der Balearen (ACHINIB), Fang Ji, gegenüber der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" bestätigt. Als Gründe führte der Präsident an, dass die Unternehmer nicht mehr mit dem Online-Handel oder großen Supermärkten konkurrieren könnten.

In den vergangenen Monaten schlossen einige Basare und von chinesischen Unternehmern auf Mallorca betriebene Geschäfte oder lösten ihre Bestände auf. Fang Ji wies darauf hin, dass dies schon immer geschehen sei und rechtfertigte dies als Anpassung an den Markt. Als neues Betätigungsfeld entwickeln sich Franchisegeschäfte, die die Unternehmer bereits in anderen Regionen Spaniens wie Katalonien haben, oder die Geschäftsleute investieren in Schnellrestaurants.

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Zahlreiche Gemischtwarenläden auf Mallorca werden von Chinesen betrieben.
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Der Präsident von ACHINIB erläuterte, dass neben der starken Konkurrenz durch den Online-Handel und große Supermärkte auch die Inflation, steigende Mieten und Versorgungskosten eine Rolle spielten. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass "einige Unternehmer erwähnt haben, dass die Verschärfung bestimmter administrativer und steuerlicher Vorschriften es ihnen erschwert hat, ihr Geschäft weiterzuführen. Diese Veränderungen erfordern Investitionen und Anpassungen, die nicht immer für alle machbar sind."

Chinesische Familien über Generationen auf Mallorca

Fang Ji betonte auch, dass diese Unternehmer auf der Insel geblieben sind, weil die meisten von ihnen hier geboren wurden, ebenso wie ihre Eltern und sogar ihre Großeltern. Der Funktionär versicherte, dass die chinesische Gemeinschaft auf den Balearen seit Jahrzehnten zum Handels- und Geschäftsgefüge der Inseln beigetragen hat. "Als ACHINIB unterstützen wir unsere Unternehmer und arbeiten eng mit den lokalen Institutionen zusammen, um ein günstiges Umfeld für alle Unternehmer zu schaffen."

Im Gewerbegebiet Son Castelló von Palma war es jüngst zu Menschenaufläufen und Verkehrsstaus gekommen, weil ein dortiger chinesischer "Basar" seinen Bestand verschenkte. In dem Lager waren Kartons und Paletten auf dem Boden verstreut, stöberten zahlreiche Menschen durch die Produkte und auf der Zufahrtsstraße musste die Lokalpolizei den Verkehr regeln. Wie Zeugen das Ereignis wahrnahmen, lesen Sie hier.