Der PP-Abgeordnete Alvaro Gijón galt in der letzten Legislaturperiode als Strippenzieher im Rathaus von Palma. | UH

TW
4

Die linke Protestbewegung Podemos auf Mallorca hat im Balearen-Parlament den Rücktritt von Alvaro Gijón gefordert. Von der konservativen Volkspartei PP verlangt sie, der Aufhebung seiner Immunität zuzustimmen.

"Das Parlament muss aufhören, eine Räuberhöhle zu sein", sagte Podemos-Sprecherin Laura Camargo und nannte den Politiker einen "Mafia-Abgeordneten". Den Diskothekenbetreiber und Nachtclub-Unternehmer Bartomeu Cursach, angeblich der Auftraggeber und Hintermann von Alvaro Gijón, bezeichnete sie als "mutmaßlichen Mörder".

Bei den Ermittlungen wurde nun bekannt, dass die konservativen Politiker José Maria Rodríguez und Alvaro Gijón stark in die Machenschaften der Cursach-Gruppe verwickelt sein sollen. Rodríguez habe unter absoluter Kontrolle des kürzlich verhafteten Cursach gestanden, heißt es. Gijón wiederum soll eng mit dem Cursach-Direktor José Manuel Barquero befreundet sein und gegen Bezahlung seinen politischen Einfluss geltend gemacht haben. In das korrupte Netzwerk sind angeblich auch Calviàs Ex-Bürgermeister Carlos Delgado und Palmas ehemaliger Verkehrsstadtrat Carlos Veramendi verwickelt.

Ähnliche Nachrichten

Kronzeuge ist ein ehemaliger Diskotheken-Direktor der Cursach-Gruppe, der nach seinem Wechsel zur Konkurrenz angeblich Morddrohungen erhalten haben will. Er steht 24 Stunden am Tag unter Polizeischutz und beschuldigt seinen ehemaligen Chef, monatlich vier bis fünf Millionen Euro am Finanzamt vorbei in schwarze Kassen geleitet zu haben.

Bartolomé Cursach wird von den Ermittlern unter anderem auch vorgeworfen, bis zum Jahr 2000 Hintermann eines Rauschgiftrings gewesen zu sein und mit einer Überdosis die Tötung eines drogensüchtigen Handlangers angeordnet zu haben. Er muss bis auf Weiteres in Untersuchungshaft bleiben und verweigert aus prozesstaktischen Gründen jegliche Aussage.

Was Alvaro Gijón betrifft, so weist dieser die Vorwürfe zurück und fordert seine Kritiker auf, sich nicht als "zweitklassige Staatsanwältchen" zu betätigen.