Die tollen Tage auf Mallorca

| Palma de Mallorca |
Am vergangenen Wochenende wurde schon mal fürs Foto "vorgeglüht". Das Foto zeigt, dass sich Düsseldorfer und Kölner im "Deutsche

Am vergangenen Wochenende wurde schon mal fürs Foto "vorgeglüht". Das Foto zeigt, dass sich Düsseldorfer und Kölner im "Deutschen Eck" gut verstehen und man auch Schulter an Schulter Kölsch und Alt trinken kann.

Am vergangenen Wochenende wurde schon mal fürs Foto "vorgeglüht". Das Foto zeigt, dass sich Düsseldorfer und Kölner im "DeutscheWirt Michael Bohrmann mit seiner Felicitas.Der Umzug in Palma ist das Highlight des mallorquinischen Karnevals. Hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr.Hätte gerne wieder einen funktionierenden Karnevalsverein: Dieter Norpoth.Gehörte 2001 zu den Initiatoren des Karnevalsvereins: Arno Stenneken.

Anders als in Deutschland kommt es in Palma nicht am Rosenmontag zum Höhepunkt des närrischen Treibens. Am Karnevalssonntag werden wieder Tausende die Straßenränder säumen, wenn der Umzug "Sa Rua" ab 17 Uhr durch das Zentrum der Balearenhauptstadt geht. An der Playa de Palma findet der Umzug schon am Samstag, 6. Februar, statt. Um 15 Uhr starten rund 30 Wagen am Hafen von Arenal. Auf der Strandpromenade geht es bis zur weißen Strandkirche. Dort soll mit viel Musik bis etwa 19.30 Uhr gefeiert werden.

Wie schon 2014 und 2015 findet der Umzug an der Playa, anders als in vielen Jahren zuvor, ohne deutsche Beteiligung statt. Früher mischte der Deutsch-Mallorquinische Karnevalsverein (DMKV) mit. Doch der ist Vergangenheit. "Den Verein gibt es eigentlich schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr", so Dieter Norpoth im Gespräch mit MM. Norpoth war früher unter anderem mal für die Pressearbeit des DMKV zuständig. Eine Erklärung für das Ende der närrischen Vereinigung ist, dass diese zu sehr auf ihren langjährigen Vorsitzenden Willi Zillikens zugeschnitten gewesen sei, der im Dezember nach langer Krankheit verstorben ist. Als der Präsident krank wurde und sich nicht mehr engagieren konnte, gab es unter den zuletzt rund 40 Mitgliedern niemanden, der das Heft des Handelns in die Hand nehmen wollte.

Deutschen Karneval gibt es an der Playa trotzdem. Das Restaurant "Deutsches Eck" an der Bierstraße ist die unbestrittene Karnevalshochburg. "Zu uns kommen Residenten, aber auch Urlauber. Die sagen, dass sie angeblich aus Deutschland verschwunden sind, um dem Karneval zu entfliehen. Und dann feiern sie hier bei uns", schmunzelt Wirt Michael Bohrmann. Vor allem am Altweiberdonnerstag und am Karnevalssamstag herrscht ab "11 Uhr 11" Stimmung. Ein DJ sorgt für rheinische Klänge, auch eine spezielle Speisekarte hat an den tollen Tagen Gültigkeit (mit "Rievkooche", "Himmel und Ääd", "Halve Hahn" ...).

Das Besondere: Im "Deutschen Eck" feiern Düsseldorfer und Kölner, die sich sonst nicht grün sind, gemeinsam. Der Düsseldorf Bohrmann: "Natürlich werden die entsprechenden Witze gemacht." In den Karnevalstagen fühle man sich im Eck aber nicht als Kölner oder Düsseldorfer, sondern als Rheinländer.

Auch die einstigen Mitglieder des DMKV sind zahlreich vertreten. Woraus sich die Frage ergibt, ob die Insel einen solchen Karnevalsverein überhaupt braucht. "Ja auf jeden Fall", so Dieter Norpoth. "Man sollte Traditionen pflegen. Außerdem bin ich ein überzeugter Vereinsmeier."

Norpoth war noch nicht mit von der Partie, als die Idee zum Verein aufkam. Anders Arno Stenneken, der von 1992 bis 2003 auf Mallorca gelebt hat und 2001 Wirt der Kneipe "Klamotte" an der Playa de Palma war (heute "Cubas Bar"). Stenneken, der jetzt wieder in seiner Heimatstadt Nordhorn lebt und in ganz Deutschland auf Street-Food-Festivals arbeitet, erinnert sich. Es muss der 11. 11. 2001 gewesen sein: "Wir kamen auf die Idee, dass es doch toll wäre, wenn wir uns an den Karnevalsumzügen beteiligen würden." Aus der Idee wurde der Verein, der fort-an in Palma und an der Playa de Palma mitmarschierte. "Ganz neu war für Mallorca, dass wir nicht mit Konfetti geworfen haben, sondern mit Bonbons", so Stenneken.

Das "Kamelle"-Werfen brachte den Clubmitgliedern Jahre später richtig Ärger ein. Denn 2013 flog Naschkram, obwohl dies ausdrücklich verboten war. Wenige Wochen zuvor war beim Dreikönigsumzug in Málaga ein kleiner Junge beim Suchen nach Bonbons von einem Wagen überrollt worden und zu Tode gekommen. 2014 nahm der DMKV dann erstmals nicht mehr an den Zügen teil, der Elan bei vielen Mitgliedern schien zu schwinden.

Michael Bohrmann will sich an den Umzügen nicht beteiligen: "Der Aufwand ist einfach zu groß." Er dachte aber schon daran, ein Dreigestirn zu installieren. "Während des Karnevals sind alle von einer solchen Idee begeistert. Danach interessiert sich keiner mehr dafür."

Dieter Norpoth glaubt trotzdem, dass ein Comeback des Vereins möglich wäre. "Wir hätten sicher wieder sofort 20 Mitglieder, wenn das jemand in die Hand nehmen würde." Aber genau das tut niemand ...

Hier findet man die wichtigsten Karnevalstermine auf Mallorca.

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