Pendeln zwischen deutschem und mallorquinischem Rhythmus

Mallorca |
Familie Künnecke muss wegen ihrer Konditorei auf Mallorca zwischen verschiedenen Rhythmen hin- und her pendeln.

Familie Künnecke muss wegen ihrer Konditorei auf Mallorca zwischen verschiedenen Rhythmen hin- und her pendeln.

Foto: Foto: P.L.

Unser Tagesablauf pendelt zwischen deutschen und mallorquinischen Uhrzeiten", sagt Mira Künnecke. Die 32-Jährige und ihr Mann führen die Konditorei "Miss Fleur" in Palma und ziehen Tochter Sophie groß. Ihr Tagesablauf ist strikt durchgetaktet. "Eduardo und ich arbeiten in wechselnden Schichten, eine Woche muss der eine früh raus, die andere Woche der andere." Früh aufstehen heißt im Konditoren-Geschäft: Um 4 oder 5 Uhr raus aus den Federn und den Laden aufschließen. Der Langschläfer der Woche weckt Sophie gegen 7 Uhr, danach geht es für die Vierjährige in die Vorschule.

"Wir haben uns in diesem Rhythmus eingependelt", erzählt Mira Künnecke. Eine gemeinsame Mittagspause gibt es für die Familie nicht. Wer den Frühdienst hat, holt um 17 Uhr das Kind aus der Schule und fährt nach Hause. Abendbrot steht um 19 Uhr auf dem Tisch, damit die Vierjährige um 21 Uhr im Bett liegt. "Ich weiß nicht, wie Eltern das machen, wenn die Kinder viel später ins Bett gehen", sagt die Mutter, ihre Kleine sei ansonsten todmüde und am nächsten Morgen nicht aus dem Bett zu bekommen. "Beim Schlafen halten wir uns schon eher an deutsche Zeiten." Eine Stunde später kommt der Partner aus der Spätschicht und gegen 23 Uhr gehen im Hause Künnecke dann die Lichter aus.

"Wenn ich mal einen Film im spanischen Fernsehen schauen möchte, muss ich das sozusagen von meiner Schlafenszeit abziehen." Wenn das Paar am Wochenende mal ausgeht, nimmt es die Tochter nur mit, wenn es nicht zu spät wird, ansonsten passt ein Babysitter auf die Vierjährige auf.

"Als Sophie noch kleiner war, hat mein Mann immer spät gearbeitet, aber dann hatte er das Kind kaum gesehen", erzählt die Unternehmerin. Zurzeit arbeitet das Paar daran, mehrere Abende der Woche miteinander verbringen zu können. "Doch wenn beide selbstständig sind, hat man wenig Zeit für einander."

Ehemann Rodriguo stammt aus Argentinien, dort ticken die Uhren nochmal anders als in Spanien: "In Argentinien isst man manchmal sogar erst um Mitternacht zu Abend."

(aus MM 4/2016)

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