Belastungszeugen im Polizeiskandal fürchten um ihr Leben

Playa de Palma, Palma de Mallorca |
Das Archivfoto zeigt Beamte der Lokalpolizei während eines Einsatzes an der Playa de Palma.

Das Archivfoto zeigt Beamte der Lokalpolizei während eines Einsatzes an der Playa de Palma. Foto: Archiv Ultima Hora / Vasil Vasilev

Während die Ermittlungen wegen des Verdachts der Korruption innerhalb der Lokalpolizei an der Playa de Palma andauern, fordern zwei Beamte nun, ihre Dienstwaffen ständig mitführen zu dürfen. Es handelt sich um die beiden Hauptzeugen der Staatsanwaltschaft. Die beiden Brüder, die als Lokalpolizisten arbeiten, hatten mit ihren Aussagen diverse Kollegen beschuldigt und die Ermittlungen der Anti-Korruptionsstaatsanwälte ins Rollen gebracht.

Aus diesem Vorgang hat sich in den vergangenen Wochen ein handfester Polizeiskandal auf Mallorca entwickelt, in dessen Verlauf ein halbes Dutzend hochrangiger Polizeiführer festgenommen und verhört wurden. Mitglieder einer Eliteeinheit der Lokalpolizei in Palma stehen im Verdacht, insbesondere im Rotlichtbezirk und an der umsatzstarken Party- und Tourismusmeile an der Playa Gastronomen und Unternehmer mit zweierlei Maß kontrolliert zu haben.

Die beiden Belastungszeugen fürchten unterdessen um ihr Leben. Sie haben beantragt, ihre Dienstwaffen 24 Stunden am Tag bei sich tragen zu dürfen. Normalerweise muss die Waffe nach Dienstschluss in der Polizeiwache verwahrt werden. Über den Antrag, der als beispiellos gilt, muss erst noch in Madrid entschieden werden.

Bereits im Vorfeld hatte die Ermittlungsrichterin zum Schutz der Zeugen angeordnet, dass sich tatverdächtige Kollegen von den zwei Brüdern fernhalten müssen.

Einer der beschuldigten Beamten soll bei der Schießübung die Namen der Brüder laut ausgerufen und dabei auf die Zielscheibe gefeuert haben. Die Brüder erfuhren vom Agieren des Polizeiführers und fassten das Vorgehen als Todesandrohung auf. Sie wandten sich daraufhin mit ihren internen Kenntnissen an die Staatsanwaltschaft. Details zum Polizeiskandal sind weiterhin kaum bekannt, da die Ermittlungen durch die Guardia Civil als streng geheim eingestuft werden. (as)

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