Lokalpolizisten "am Boden zerstört"

Bürgermeisterin Calvo setzte im Jahr 2009 Detektive auf ihre Ordnungshüter an

Palma de Mallorca |
Beschuldigter Polizist (l.) auf dem Weg zur Vernehmung durch die Ermittlungsrichterin und die Anti-Korruptionsstaatsanwälte in P

Beschuldigter Polizist (l.) auf dem Weg zur Vernehmung durch die Ermittlungsrichterin und die Anti-Korruptionsstaatsanwälte in Palma.

Foto: Foto: Alejandro Sepúlveda

Nach dem Polizeiskandal von Palma de Mallorca zeigen sich die beschuldigten Beamten "am Boden zerstört". Ihnen sei übel mitgespielt und die Karriere zerstört worden, sagten einige Beamte der Lokalpolizei der spanischen Tageszeitung Ultima Hora. Die Männer befinden sich nach ihrer Festnahme und Vernehmung durch die Ermittlungsrichterin gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß.

Gegenüber Journalisten des Blattes sagten einige der Lokalpolizisten in einem anonymisierten Gespräch, sie warteten darauf, dass in dem Verfahren die Nachrichtensperre aufgehoben werde, um öffentlich zu den Beschuldigungen Stellung nehmen zu können.

Es seien viele Unwahrheiten und konspirative Gerüchte gegen sie im Umlauf, sagten die Polizisten gegenüber Ultima Hora (Montag-Ausgabe). Der Hintergrund seien Rivalitäten zwischen einzelnen Gruppen innerhalb der Lokalpolizei sowie die Interessen einzelner, die auf Kosten anderer Karriere machen wollten.

Unterdessen wurde bekannt, dass die frühere sozialistische Bürgermeisterin Aina Calvo im Jahre 2009 Detektive beauftragt hatte, um 24 verdächtige Beamten beschatten zu lassen. Dabei stellte sich heraus, dass die Ordnungshüter sich in einigen Fällen häufig krank meldeten und anschließend in anderen Berufen arbeiteten. Einer der Männer betrieb eine Bar und bot weiteren Gastronomen Dienstleistungen im Sicherheitsbereich. Ein anderer soll illegal Massenunterkünfte an Immigranten vermietet haben. Ein dritter wird beschuldigt, einen Besitzer von Nachtlokalen stets gewarnt zu haben, wenn Kontrollen anstanden. Sechs Beamte seien damals streng verwarnt, aber nicht entlassen worden. Die Kosten für die Detektive betrugen 30.000 Euro.

Die spanischen Kommentatoren kritisierten die Zustände innerhalb der Polizei als "mafiös", verwiesen aber darauf, dass zu unterschieden sei zwischen einigen wenigen Beamten, die ihre Dienstpflichten verletzten, und den vielen anderen, die tagtäglich ihrer Arbeit ordentlich nachgingen. Bis zur endgültigen Klärung der Vorfälle durch die Richter habe weiterhin die Unschuldsvermutung zu gelten.

Die vorläufige Bilanz des Polizeiskandals, der sich insbesondere auf Vergehen an der Playa de Palma bezieht: zehn Festnahmen, die zu drei Haftbefehlen führten, die gegen Kaution aufgehoben wurden. Die Lokalpolizei von Palma, die dem Rathaus unterstellt ist, zählt rund 1000 Mitarbeiter.(as)

Kommentar

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Gert mayer / Vor über 3 Jahren

is klar, man muss die Jungs ja auf Kaution freilassen, sonst koennen sie sich ja nicht ordentlich absprechen. Im uebrigen habe ich selbst schon erlebt, das Beamte der Nationalpolizei in einem privaten Buero in Uniform Dienst schoben, allerdings wurden da Solaranlagen vertickert, hat mich damals schon gewundert welche Aufgabengebiete hier von der Polizei abgedeckt werden !!!