Ein Frühwarnsystem gegen Glibbertiere

Einführung der App "Medjelly" auch für Mallorca geplant

Glitschige Plage: Quallen kommen immer wieder an die Strände der Balearen (hier Cabrera).

Glitschige Plage: Quallen kommen immer wieder an die Strände der Balearen (hier Cabrera).

Foto: Foto: Miquel Àngel Cañellas

Immer wieder werden die Küsten Mallorcas von Quallen heimgesucht. Wann genau und warum die Glibbertiere im Meer vor der Insel auftauchen, ist bislang weitgehend ungeklärt. Zwei Projekte sollen Licht ins Dunkel bringen, um Sonnenanbeter frühzeitig vor der Gefahr zu warnen und ungetrübten Badespaß sicherzustellen.

Der Consejo Superior de Investigación Científica (CSIC) - Spaniens wichtigste Forschungseinrichtung - plant in Zusammenarbeit mit der Balearen-Regierung in den Küstengemeinden die Einführung der App "Medjelly". Dabei handelt es sich um eine Applikation, mit welcher sich Nutzer über eventuelle Quallenplagen an den Stränden der Inseln informieren können. Sie wurde vom Institut für Meereswissenschaften (ICM), den Gemeindeverwaltungen der katalanischen Küstenorte und den Lebensrettungsgesellschaften gemeinsam entwickelt.

Seit 2012 sind die Zustände der Strände an der Costa Brava über die App abrufbar, seit 2013 nehmen auch Malta und Tunesien an dem Projekt teil. "Wenn alles gut geht, starten wir auf Mallorca Anfang Juni", so Verónica Fuentes vom CSIC Barcelona.

Besonders eingebunden in den Prozess sind dabei die Rettungsschwimmer. Sie sollen morgens Informationen sammeln und diese per Whatsapp an die Wissenschaftler in Barcelona weiterleiten. Neben eventuell auftretendem Quallenbefall stellen sie auch Wetterdaten und Informationen über die Wasserqualität zur Verfügung.

Sonnenanbeter können dann, bevor sie zum Baden aufbrechen, mithilfe der App kontrollieren, ob der Strand auch wirklich quallenfrei ist. Benutzer der App können auch selbst Kommentare über den Zustand der entsprechenden Strandabschnitte hinterlassen und Bewertungen abgeben. Ferner gibt "Medjelly" Betroffenen die Möglichkeit, anhand von Bildern Quallen zu identifizieren und sich über deren Gefährlichkeit zu informieren. "In Katalonien haben sich seit Einführung des Warnsystems schon gut 100.000 Nutzer die App heruntergeladen", so Fuentes.

Alcúdia ist der Schauplatz eines weiteren ehrgeizigen Vorhabens, bei dem erneut die Lebensretter eine zentrale Rolle spielen. Sie sollen in Zukunft präzise Beobachtungen über das Verhalten der Quallen anstellen und vor allem die Tageszeiten, zu denen sie besonders häufig die Küsten aufsuchen, dokumentieren. Durch das Ausfüllen eines Fragebogens sollen so alle Quallentypen, die sich bis auf 100 Meter dem Strandbereich nähern, und deren Verhalten erfasst werden. Mit Hilfe dieser Daten erhofft sich die Gemeinde, ein genaueres Bild über das Vorkommen der Tiere zeichnen zu können, um so besser dagegen anzukämpfen.

Allein im vergangenen Jahr wurde wegen der glitschigen Meeresbewohner auf den Balearen an 120 Tagen die gelbe Flagge, das Zeichen für Badegefahr, gehisst. Vor allem die Zahl der Feuerquallen soll 2013 drastisch zugenommen haben. Die Population steigt, wenn sie mehr Nahrung finden und weniger natürliche Feinde haben. Hauptgrund ist die Überfischung der Meere. (cze)

INFO
Alle wichtigen Infos zur App gibt es unter www.medjelly.com

Einen weiteren Quallenwarndienst, allerdings nur für die Strände der Gemeinde Calvià, gibt es im Internet unter www.calviasinmedusas.com

(aus MM 19/2014)

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