Mallorquiner (14) nach 2500 Diebstählen erstmals strafmündig

Richter schickt "El Juanito" ins Jugenderziehungsheim

"El Juanito", sitzend auf dem Bordstein, bei einer seiner zahlreichen Festnahmen.

"El Juanito", sitzend auf dem Bordstein, bei einer seiner zahlreichen Festnahmen.

Foto: Foto: Ultima Hora

Die Polizei auf Mallorca atmet auf: Erstmals kann ein junger Straftäter nach einer Serie von 2500 aktenkundigen Diebstählen juristisch belangt werden. "El Juanito" (Klein-Juan), der vor Kurzem 14 wurde, ist nun strafmündig. Jetzt hat ihn ein Richter auf Mallorca in ein Erziehungsheim für straffällig gewordene Jugendliche einweisen lassen.

Der Teenager hatte bis zu seinem Geburtstag wegen seines jungen Alters nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Ein Umstand, den Juanito bereits als Kind gezielt und in Massen ausnutzte. Der Insulaner ging in Läden, Banken und Kaufhäusern täglich auf Diebestour und ließ im Schnitt Beute im Wert von 500 Euro pro Tag mitgehen, berichtete die spanische Tageszeitung "Ultima Hora" am Dienstag.

Das Blatt schildert unglaubliche Fälle: Häufig kam es vor, dass die Beamten den Jungen festnahmen und ihn in seine Betreuungsunterkunft bei S'Arenal brachten. Kaum waren sie zurück in der Polizeiwache, wurden schon wieder neue Diebstähle von "El Juanito" gemeldet.

Der Junge hat Unmengen von Delikten auf dem Kerbholz. Er war wiederholt in den Hotels an der Playa de Palma aktiv, erbeutete in einer dortigen Touristenattraktion einmal 12.000 Euro und stahl auch Geld aus einer Bankfiliale in Son Gotleu. In einem Kaufhaus in Palmas Einkaufsstraße Jaime III. wurde das Kind ebenfalls erwischt. Es trug eine Jacke mit präparierten Innentaschen: Darin steckten entwendete Parfüms im Wert von knapp 1000 Euro.

Wie das Blatt weiter schreibt, unterhielt Juanito mit den Einnahmen aus seines täglichen Diebestouren seine Familie. Der Junge hatte vor nichts Angst, traute sich alles zu. Einmal entwendete er ein Boot in einem Sporthafen, fuhr es jedoch gegen Felsen und musste aus Seenot gerettet werden.

Die Zeitung "Ultima Hora" bezeichnete das jahrelange, ohnmächtige Agieren der Behörden als "Fiasko" der Justiz-, Sozial- und Jugendämter. (as)

 

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