Keine Frage: Es gibt sie, diese Zielgruppe „zwischen" Familien- und Single-Urlaub. Alleinreisende oder auch Pärchen ohne Kinder, die in ihren Ferien vor allem eines möchten: ihre Ruhe.
Ihre Zahl nimmt sogar weiter zu, sagen Reiseanbieter – und bemühen sich daher, den Urlaubswünschen dieser Klientel mit einem größer werdenden Spektrum an Freizeitangeboten entgegenzukommen.
Ein wenig schwer tat man sich anfangs vor allem mit der Begrifflichkeit: „Kinderfreie" Hotels kann sensibleren Naturen schnell als „Diskriminierung" oder gar Kinderfeindlichkeit aufstoßen – „Adults only" hatte lange Zeit eine etwas andere (anrüchige) Konnotation, und „Erwachsenenurlaub" klingt auch noch etwas holperig. Auch wenn diese beiden Begriffe heute halbwegs salonfähig sind – man könnte auch sagen: Silence only.
Unter dem Motto „Zeit für Zweisamkeit" bietet etwa die spanische Hotelkette Iberostar Paaren „Adult only"-Urlaub in zwei Vier-Sterne-Häusern auf Mallorca an: stilvolle Spa-Räume, die mit Stille punkten, oder intime Candle-Light-Dinners in lautlosen „Gourmet-Oasen". Singles und Familien sind in diesen „Adult only"-Häusern ebenfalls willkommen – Letztere indes nur, wenn der Nachwuchs über 14 Jahre alt ist.
Auch TUI konstatiert einen „Trend, der klar in Richtung eines ausdifferenzierten Angebots für unterschiedliche Kundenbedürfnisse und Urlaubsmotive geht", so Unternehmenssprecherin Kathrin Spichala. „Mit ,Adults only’-Hotels wird dieser Fokussierung genauso Rechnung getragen wie mit Angeboten für Familien."
Der Schwerpunkt von „Adults only" liege allerdings auf der Fernstrecke; vor allem karibische Hotelketten böten dies schon seit Jahren an. Doch auch auf Mallorca habe TUI zunehmend Hotels im Angebot, die sich nur an Erwachsene richteten: „Um Kunden die Suche zu erleichtern, sind diese Hotels in unseren Katalogen mit dem Signet ,18 Plus’ gekennzeichnet."
Andere Häuser reservierten lediglich bestimmte Zonen für Erwachsene – „À-la-carte"-Restaurants für „ungestörte Zweisamkeit" etwa oder Wellness-Bereiche, die erst ab 16 Jahren zugänglich sind.
Auch Thomas Cook und Neckermann Reisen haben inzwischen ein vielfältiges Angebot nur für Erwachsene – auch auf Mallorca. „Hotels ohne Kinder sind ein Trend, und die Nachfrage ist sehr gut", bestätigt Pressesprecherin Isabella Partasides.
Die entsprechenden Häuser seien in den Katalogen von Thomas Cook mit dem Button „Urlaub ohne Kinder" gekennzeichnet; in den Neckermann-Katalogen gibt es den Buchungshinweis „Reservierung für Gäste unter 15 Jahren nicht möglich".
Zumeist handelt es sich auch hier um Häuser der Vier- bis Fünf-Sterne-Kategorie, die sich ganz auf die Bedürfnisse von „Erwachsenen" einstellen: Eltern, die ohne Nachwuchs verreisen, Singles und kinderlose Paare. Im Schnitt haben die Reiseanbieter bislang bis zu zehn Hotels dieses Profils in ihrem Mallorca-Angebot.
Selbst wenn Kritiker monieren, dass das Fernbleiben kleiner Gäste auf diese Weise vor allem über den Preis geregelt wird: „Adults only"-Angebote werden zunehmend als willkommenes Nischenprodukt betrachtet – von Diskriminierung mag kaum noch jemand sprechen.
Das gesellschaftliche Klima – immer mehr Singles und Paare ohne Kinder – fordert seinen Preis. Und in Zeiten zunehmender Reizüberflutung wollen viele im Urlaub nur noch eines: Stille.
4 Kommentare
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Peter hat es auf den Punkt gebracht!!!!!
Ich kann dem Schreiber Peter nur zustimmen. Außerdem gibt es genügend Hotels in denen Kinder willkommen und für Kinder ausgerichtet sind. Warum soll es nicht auch Hotels geben, die Erwachsenen vorbehalten sind? Ich finde es ziemlich egoistisch von Familien mit Kinder sich zu beschweren, von Diskriminierung zu sprechen und zum Boykott dieser Reiseveranstalter aufzurufen, dass sie in den wenigen Hotels, die es für Erwachsene gibt, nicht buchen können. Ich war an der Cala Mesquida in einem Hotel für Erwachsene und es gibt hier mehrere Hotels für Kinder, die auch entsprechend ausgestattet sind. Die Dezibelzahl ist dort extrem hoch. Sollen sich das Erwachsene, die Ruhe suchen, ohne Kinder antun? Man muss deshalb nicht kinderfeindlich sein.
Wenn das die Zukunft für Kinder ist, dann gute Nacht. Hoffentlich bleiben die Familien mit Kindern den Reiseanbietern fern, die Kinder nicht haben wollen. Bin 71 Jahre und kann nur sagen: Es Heisst doch immer: Kinder sind unsere Zukunft, das ist dann die größte Lüge der Nation.Schöne Sonntagsgrüße
So kinderfeindlich waren die Kurverwaltung und die Hotels in Timmendorfer Strand an der Ostseekueste auch in den 70ern und 80ern. Da haben sie eine heranwachsende Generation von zukunftigen Gaesten vergrault. Als ihnen dann in den 90ern und im neuen Millennium die Gaeste wegblieben, haben sie's mit der Angst bekommen. Die Kinder von damals waren nun erwachsen u. sind lieber mit ihren eigenen Kindern oder als Paar zu den schoenen Straenden den ehemaligen DDR gefahren, wo Kinder als ebenbuertige Gaeste angesehen wurden. Es sind uebrigens die Singles und Paare, die immer ihre Musik zu laut spielen, sich betrinken und ihren Muell am Strand hinterlassen. Wer gegen Kinder diskriminiert, ist des Hotelgastes nicht wert!