Deutsche Rad-Touristin totgefahren

Bei Fahrer und Beifahrer handelt es sich um zwei Polizisten

Verzweifelt liegt der Ehemann neben dem abgedeckten Leichnam seiner Frau.

Verzweifelt liegt der Ehemann neben dem abgedeckten Leichnam seiner Frau.

Foto: Foto: Vasilev

Nach dem Tod einer deutschen Radtouristin auf Mallorca am vergangenen Sonntag sind weitere Details über die Unfallverursacher – zwei Beamte der Nationalpolizei – bekannt geworden. Der Fahrer des Unfallwagens hatte demnach seinen Vorgesetzten, einen Inspektor, nach Hause bringen wollen. Beim Fahrer wurden 0,58 Promille Alkohol im Blut nachgeweisen, bei dem Inspektor 1,23 Promille.

Der Vorgesetzte war vor dem Unfall wiederholt auffällig geworden. Das berichtetdie spanische Tageszeitung "Ultima Hora" in ihrer Mittwochs-Ausgabe. Der 34 Jahre alte Polizist soll vor einigen Tagen in einer Bar an der Avenida Argentina eine Auseinandersetzung mit anderen Gästen provoziert haben und danach nicht zum Dienst erschienen sein. Die Zeitung spekuliert, dass der Beamte ein Alkoholproblem habe. Der Inspektor wurde mittlerweile es aus der Untersuchungshaft entlassen, ihm droht eine Verurteilung wegen unterlassener Hilfeleistung.

Am Vorabend des tödlichen Unfalls war er den Medienberichten zufolge mit seinem Kollegen zunächst am Paseo Marítimo in Palma essen, anschließend trank er in diversen Lokale bis zum Morgen. Mit einem zivilen Dienstfahrzeug fuhren die beiden dann zum Haus des Todesfahrers in Richtung Llucmajor.

Auf dem Weg kam es auf der Landstraße von Arenal nach Cala Pi auf der Höhe vom Cap Blanc zu dem tödlichen Unfall. Das Fahrzeug bedrängte Zickzack-fahrend eine Gruppe von Radfahrern und rammte anschließend das Rad der 64 Jahre alten Renate D. Sie stürzte mit ihrem Rad gegen einen Baum und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Die herbeigerufene Ambulanz konnte nichts mehr für die Urlauberin tun.

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Christine Litty / Vor über 6 Jahren

Kann mich auch den PETER anschliessen mit seiner Meinung, da ich es selbst bei meinen Winter- und Sommerurlauben schon gesehen habe, wie brenslich so manche Begegnung Auto mit Radfahrern waren auf teils engen Strassen im Landesinneren. Der Familie des Radfahrer gehört mein inneres Mitgefühl in diesen schweren Stunden.

Ich selber habe es auch schon gesehen, wie ortsansässige Polizisten in einer kleinen Bar nicht nur Kaffee tranken, sonders auch andere Getränke tranken, danach in ihre Autos stiegen, sie waren in voller Uniform?!

silvia / Vor über 6 Jahren

Wir fahren auch seit Jahren mehrmals im Jahr immer wieder auf Insel und fahren auch sehr gerne Rad. Bisher habe ich festgestellt, dass die Autofahrer sehr rücksichtsvoll sind. Aber gegen einen betrunkenen Autofahrer hat wohl niemand eine wirkliche Chance - weder Radfahrer noch Guide.

Henry / Vor über 6 Jahren

den Ausführungen vom Peter kann ich mich nur anschliessen, weil ich als langjähriger und überzeugter Inselurlauber und Mietautofahrer, die gleiche negative Erfahrungen mit den Fahrrad-Touris gemachte habe.

Peter / Vor über 6 Jahren

Angesichts dieses schockierenden Bildes verbietet sich eigentlich jeder Kommentar, mein tiefes Mitgefühl dem Ehemann und den Angehörigen. Auf der anderen Seite sollte dieses schreckliche Ereignis alle Radtouristen wach rütteln ! Wenn man hier das ganze Jahr lebt und selbst viel mit dem Rennrad unterwegs ist dann ist es auffallend wie sich die Fahrweise von Einheimischen und Radtouristen unterscheidet. Es kommt mir so vor dass viele Rennradfahrer ihr Hirn und alle Verkehrsregeln am Abflughafen abgeben bis sie wieder zuhause ankommen. Mallorca ist zwar die Insel der Radfahrer aber diese sind Teil des gesamten Strassenverkehrs und somit an Regeln gebunden. Massivst in die Pflicht nehme ich hier Radreiseveranstalter deren Fahrradguides meisst selbst nur in der Lage sind gerade aus zu fahren aber viele derer, durch fehlende Erfahrung und Können, absolut untauglich sind Verantwortung für eine Gruppe zu übernehmen. Gruppenschulungen und Ausbildung der Guides für diese spezielle Aufgabe gehört in das Plichtprogramm der Fahrradtourenanbieter, aber leider ist deren Hauptsorge nur das Durchschleusen von sovielen Gästen wie möglich. Die Guides sind meisst nur irgendwelche Hobbyfahrer die hier ein paar "Trainingswochen" gratis im Hotel erhalten und primär nur ihr eigenes Trainingsprogramm im Kopf haben aber kein Bewusstsein dass sie Verantwortung für Menschen haben und das gilt für Junge und Alte die diesen Job machen. Bei dem Aufkommen an Radfahrern in den Frühlingsmonaten und deren Verhalten ist es mehr als verwunderlich dass insgesammt nicht mehr passiert. Auch möchte ich den einheimischen Autofahrern ein Lob aussprechen da 99 % absolut rücksichtsvoll fahren, rücksichtsvoler als in vielen anderen Ländern Europas. Liebe Radtouristen, gefährdet euch nicht selbst, fahrt etwas rücksichtsvoller und verkehrsgerechter, ihr wollt nächstes Jahr doch wieder hier fahren und willkommen sein.