Prädikat öko

Mallorca und die Umweltpolitik

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, 31. März – Ungläubig nimmt Spanien zur Kenntnis, dass deutsche Wähler die wirtschaftlich doch so erfolgreiche Kanzlerin Angela Merkel abstrafen. Und das auch noch aus ökologischen Gründen! Seltsam, diese Deutschen.

Der Ausgang der Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, und dabei besonders das sensationelle Abschneiden der Grünen, macht einmal mehr deutlich, wie unterschiedlich das Thema Umwelt in Spanien und Deutschland bewertet wird. Nicht nur in diesen Tagen nach der Katastrophe von Japan, die hierzulande kaum noch wahrgenommen wird. Die Ökologie spielt in der spanischen Politik generell eine völlig untergeordnete Rolle.

Das ist nicht nur in der aktuellen Wirtschaftskrise begründet, die alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und auf die „Mentalität” sollte man auch nicht alles schieben. Spanien hat in der ökologischen Bewegung schlicht Nachholbedarf. Als in Westdeutschland die Grünen gegründet wurden (1980), lernte die spanische Demokratie gerade erst das Laufen.

Seien wir also nicht hochnäsig. Wie konträr solche Entwicklungen verlaufen können, sehen wir im eigenen Land – im unterschiedlichen Abschneiden der Bündnisgrünen in den westlichen und östlichen Bundesländern.

Nun ist es ja nicht so, dass es auf Mallorca keine ökologische Bewegung gäbe. Aber sie manifestiert sich außerparlamentarisch (in der Gruppe GOB), und sie hat nur ein Thema: den Landschaftsschutz. Andere Themen wie Müll, Verkehr oder Energie locken nie-manden hinter dem Ofen hervor.

Aber fügen wir ruhig hinzu: noch nicht. Die Sensibilität für die Umwelt wird auch hier wachsen. Und vielleicht erkennen ja sogar eines Tages die Parteien – das müssen nicht immer die Grünen sein – dass nachhaltige Politik die Wirtschaft nicht schädigt, sondern zukunftsfähig macht.

Mallorca könnte sich als „grüne” Insel wohltuend von Konkurrenzdestinationen abheben. Mit dem Zusatz „Öko” werden Yoghurts und Autos verkauft – warum soll das nicht auch mit Urlauben klappen? Gerade bei den Deutschen.

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