Was fehlt, ist Strategie

Neue Zuversicht hilft Mallorcas Tourismusbranche nur kurzfristig

Nach dem langen, kalten Winter – der regenreichste auf Mallorca seit 30 Jahren – wecken die ersten warmen Strahlen der Frühlingssonne die Lebensgeister. Und mit dem Osterfest steigt in der Inselwirtschaft – die ihr Rückgrat im Tourismus hat – die Zuversicht, dass es nach dem Krisenjahr 2009 nun endlich wieder aufwärts geht.

Wie gerechtfertigt diese Hoffnung ist, ist fraglich. Sicherlich zeigen die Indikatoren, dass 2010 vieles besser laufen wird als im Vorjahr. Aber wer ein paar Schritte von der Talsohle aus aufsteigt, ist noch nicht über den Berg. Dass in der Inselwirtschaft noch nicht wieder alles rund läuft, zeigen die Prognosen für diese Feiertage. Zwar wird die Bettenauslastung höher sein als im Vorjahr. Es haben aber viel weniger Hotels geöffnet als an Ostern 2009.

Ernst zu nehmen sind auch diese Zahlen aus der Branche: Um Reservierungen für die anstehende touristische Saison zu generieren, haben die Inselhoteliers ihre Angebote auf Druck der Reiseveranstalter um bis zu 30 Prozent gegenüber Vorjahr senken müssen. Und das, obgleich schon 2009 Abschläge nötig waren. Die Konkurrenz am Mittelmeer ist stark und macht den Herbergsvätern schwer zu schaffen.

Was fehlt, ist eine strategische Diskussion, wie es generell weitergehen soll. Selbst bei niedrigsten Preisen wird die Konkurrenz die Inselofferten immer noch unterbieten können.

Die Frage ist, ob der sogenannte Residenztourismus der Zweithausbesitzer nicht das kompensieren kann, was im gewöhnlichen Hoteltourismus wegen Abwanderung in Richtung Türkei und Ägypten wegfällt. Residenztouristen lassen in der Regel viel mehr Geld auf der Insel als Urlauber, die lediglich den allergünstigsten Schnäppchen – wohin auch immer – folgen.

Den Hoteliers war der Residenztourismus bislang stets ein Dorn im Auge. Dabei steht noch nicht einmal sein Anteil am Gesamtaufkommen fest. Je nach Standpunkt wird er mal mit 50, mal nur mit 15 Prozent angegeben. Die Balearen müssen sich überlegen, ob sie mit dieser Art von Tourismus nicht über ein Alleinstellungsmerkmal in Europa verfügen, das sich ausbauen ließe.

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