Auch auf Mallorca viel Wirbel um die neue Grippe

Wie gefährlich ist sie, wann wird geimpft? Häufig gestellte Fragen zur Grippe A

Wie gut sind wir auf den Balearen gegen die Pandemie gerüstet?
Laut Gesundheitsminister Vicenç Thomàs ist Vorsicht geboten, aber es besteht kein Grund zur Panik. „Wir verfügen hier über ein erstklassiges Gesundheitswesen, das zudem gerade einen vierstufigen Aktionsplan für den Fall der weiteren Ausbreitung der Grippe A entwickelt hat.“ Es stehen genügend Medikamente zur Verfügung, die Finanzierung einer Impfaktion sei ebenfalls gesichert.

Wie gefährlich ist die neue Grippe?
Häufig verläuft die Krankheit relativ mild, aber es gab auch schon schwere Verläufe und Todesfälle. Bei der jährlichen Grippewelle kennt man die zirkulierenden Viren, der Impfstoff wird jährlich angepasst, und es gibt in der Bevölkerung einen gewissen Immunschutz. Bei der Grippe A handelt es sich dagegen um ein neues Influenzavirus, gegen das kein oder kaum ein Immunschutz in der Bevölkerung existiert.

Wie erkenne ich, ob ich mit der Grippe A infiziert bin?
Die Symptome der Neuen Grippe A/H1N1 ähneln den Symptomen der jährlichen Grippe im Winter: Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit. Einige Menschen, die mit dem Erreger der Neuen Grippe A/H1N1 infiziert waren, berichteten auch über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Wie wird die neue Grippe behandelt?
Mit normalen Grippemedikamenten, unter anderem mit den Neuraminidasehemmern Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir (Relenza). Bei leichten Symptomen werden nur herkömmliche fiebersenkende Mittel oder Grippemedikamente gegeben. Bei nachgewiesener Grippe A werden die Patienten bis zur Genesung isoliert.

Wie kann ich mich am besten vor der neuen Grippe schützen?
Schützen kann man sich am besten, indem man Kontakt mit Infizierten vermeidet. Darüber hinaus werden einfache Hygieneregeln empfohlen, wie häufiges Händewaschen, Vermeiden von Berührungen von Augen, Nase und Mund, Nutzung und sichere Entsorgung von Einmaltaschentüchern. Kindern in Schulen und Kindergärten sollte man außerdem einschärfen, Becher, Strohhalme oder Essgeschirr nicht mit anderen Kindern zu teilen. Eine Atemmaske auf Verdacht macht keinen Sinn, eine Impfung wird dagegen häufig empfohlen.

Warum halten viele Experten eine Impfung für sinnvoll?
Die Impfung soll vor allem Risikopatienten schützen und eine starke Grippewelle und deren soziale Auswirkungen verhindern. In der kalten Jahreszeit, der traditionellen Grippesaison, werde sich die Schweinegrippe massiv ausbreiten und die jetzigen Fallzahlen bei Weitem übertreffen, sagen Mediziner. Dazu kommt, dass die Bevölkerung auf den neuen Erreger immunologisch nicht vorbereitet ist. Das spricht laut Virologen für mehr und vor allem für schwerere Krankheitsfälle.

Wie lauten die häufigsten Argumente gegen eine Impfung?
Die Wissenschaft weiß noch wenig über die neue Grippe. Die Entwicklung und Überprüfung eines völlig neuen Impfstoffs dauert Jahre. Im Fall des Schweinegrippeimpfstoffs wurde das Prozedere einschließlich klinischer Tests auf wenige Monate verkürzt. Entwicklung, Zulassungsverfahren, Produktion und Patiententests laufen parallel. Der Impfstoff hat Nebenwirkungen, deren Unbedenklichkeit zum Beispiel für Schwangere nicht belegt ist. Impfkritiker führen außerdem an, dass eine Massenimpfung überflüssig erscheint, weil die Erkrankung bisher überwiegend harmlos verlief. Außerdem werde ihre Wirkung überschätzt. Nicht einmal der Effekt der üblichen saisonalen Grippeimpfung sei gut belegt. Die Entwicklung des Impfstoffes sei außerdem kostspielig und diene nur der Pharmaindustrie.

Wird es auch auf den Balearen den Impfstoff geben?
Ja, der spanische Staat hat bisher 37 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt, der auf die Autonomiegebiete verteilt wird. Die Menge reicht für 40 Prozent der Bevölkerung, zunächst sollen damit Risikogruppen geimpft werden.

Ab wann steht der Impfstoff zur Verfügung und wo ist er erhältlich?
Voraussichtlich ab Oktober, ein festes Datum gibt es dafür noch nicht. Alle öffentlichen Gesundheitszentren und private Arztpraxen können impfen.

Warum kauft der Staat nicht mehr Impfstoff?
Zu Beginn der Verteilung des Impfstoffs reicht die produzierte Menge nicht aus, um 100 Prozent der Bevölkerung impfen zu können.

Ist mit der Schließung von Schulen und Kindergärten oder mit der Verzögerung des Schulanfanges zu rechnen?
So, wie die Situation im Moment auf den Balearen aussieht, ist damit nicht zu rechnen.

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