Heiße Quelle ist heiß gefragt

Mallorcas einziges Heilbad mit Thermalwasser wartet nach seiner Renovierung mit modernen Geräten und Anwendungen auf. Das Kurhaus von 1845 lockte immer wieder Investoren, doch seine Besitzer sind an einem Verkauf nicht interessiert.

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Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ist das Heilbad Sant Joan de la Font Santa bei Campos – das einzige auf den Balearen – in neuem Glanz erstrahlt. Insbesondere der Kurbereich der heißen Quelle wurde in den vergangenen drei Jahren „mit Rieseninvestitionen” komplett umgemodelt. Einzig die kupfernen Wasserhähne mit dem stilisierten Schwanenkopf, Wahrzeichen des 1845 eröffneten Heilbads, wurden beibehalten. Kupfer ist eines der wenigen Metalle, das dem hochkorrosiven Nass zu trotzen weiß. „Unser Wasser ist gut für die Menschen, aber schlecht fürs Material”, resümiert Francisco Morell, Eigentümer und Direktor des Heilbades.

Wie kein Zweiter kennt er die Geschichte des Kurbades. Seit 1971 leitet Morell, in dritter Generation, das „Balneario”. Der Großvater seiner Frau hatte das Heilbad 1916 erworben. Morells Töchter Victoria und Isabel gehen dem Vater zur Hand.

Von Anfang an haben sich Unternehmer und Investoren für den Kauf des Heilbades oder die Nutzung des Quellwasser interessiert. Für Schlagzeilen sorgte das Heilbad zuletzt vor vier Jahren. Damals war eine geplante Kollaboration mit einer deutschen Kurklinik aus Bad Rothenfelde gescheitert. Acht Jahre lang hatten sich Morell und die Partner aus Niedersachsen vergeblich um die Genehmigung des 50-Millionen-Euro-Projekts bemüht. „Es fehlte am politischen Willen, das Vorhaben umzusetzen”, sagt Morell. Ursprünglich war geplant gewesen, dass die Niedersachsen ihm ein Grundstück abkauften und so als Nachbarn ihre Reha-Klinik errichteten. Mit dem Geld wollte Morell das veraltete Thermalbad modernisieren. Die Kurgäste, so das Konzept, sollten in der Klinik ärztlich behandelt werden; die Anwendungen mit dem Heilwasser würden dagegen in Morells Balneario stattfinden.

Ungeachtet der Nähe zu einem Naturschutzgebiet sieht der später verabschiedete Territorialplan Mallorcas heute die Möglichkeit zum Bau einer gesundheitlichen Einrichtung auf dem Gelände vor. Francisco Morells Interesse hält sich aber mittlerweile in Grenzen. „Uns waren in den acht Jahren der Genehmigungssuche die Hände gebunden. Als das Projekt 2004 scheiterte, haben wir aus eigener Kraft den Thermalbereich erneuert.” Der kann sich heute sehen lassen: Helle Räume und moderne Geräte gestatten – unter ärztlicher Aufsicht – viele medizinische Anwendungen des 38 Grad heißen Quellwassers. Es ist besonders geeignet bei Haut- und Rheumaleiden sowie chronischen Ateminfektionen (www.balneariofontsanta. com). Möglich sind zudem Wellness-Angebote wie Massagen und Entspannung. Aus dem nahen Colònia de Sant Jordi kommen viele Tagesbesucher, unter ihnen Deutsche und Schweizer.

Auch das angeschlossene Hotel mit 18 Zimmern führt die Familie Morell weiter. Der Bau in dem weitläufigen Garten ist eine einzigartige Hommage an das alte Mallorca und könnte als Kulisse für einen Historienfilm dienen. Unter den Gästen finden sich häufig junge Paare. „Das ist etwas für Menschen, die Ruhe und das ganz Besondere suchen.”

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