Fußball: Blick durch die rot-gelbe Brille

Vor dem Spiel in Palma gegen Island (Mittwoch, 28. März) gibt sich Spaniens Nationaltrainer siegesgewiss, dabei dürfte er bei einer Pleite nicht nur seinen Job los sein – auch die EM-Qualifikation der Mannschaft würde ernsthaft in Gefahr geraten

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Die Aussichten sind nicht gerade rosig für Spaniens Fußball-Nationalmannschaft. Dennoch ist von Panik nichts zu spüren, vor den Spielen gegen Dänemark (24. März in Madrid) und Island (28. März in Palma). Mit nur drei Punkten aus drei Spielen liegt das Team von Luis Aragonés in der Qualifikationsgruppe F nur auf dem fünften Rang, noch hinter Nordirland und Lettland. Dennoch gibt sich der Trainer optimistisch: Die Bilanz gegen die Dänen spreche schließlich eindeutig für Spanien (zehn Siege bei 14 Duellen). Über den zweiten Gegner der Länderspielwoche, Island, verlor Aragonés bisher noch überhaupt kein Wort.

Der 68-Jährige ist im Laufe der Jahre nicht nur weiser, sondern auch immer mürrischer geworden. Wie schon während seiner Amtszeit als Trainer von Real Mallorca treibt er die Journalisten zur Verzweiflung mit seinem an Sturheit grenzenden Selbstbewusstsein und seinen vorzugsweise schroffen Antworten.

Dennoch hat Aragonés die Rückendeckung des spanischen Fußballverbands – zum Leidwesen seiner Kritiker, die ihm noch immer das Ausscheiden im WM-Achtelfinale gegen Frankreich übelnehmen. Selbst die peinlichen Niederlagen in der laufenden Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 gegen Nordirland und Schweden konnten Aragonés nichts anhaben. Das beweist auch die Tatsache, dass er es sich erlauben kann, den langjährigen Kapitän der Selección kurzerhand auszusortieren: Stürmer Raúl wird auch in Palma fehlen. Schon bei der WM in Deutschland hatte es Spannungen zwischen dem Trainer und seinem Star gegeben. „Mir tut es auch leid, dass er nicht dabei ist”, sagte Aragonés jetzt bei der Verkündung seines Kaders.

Sollten die beiden Heimspiele jedoch nicht siegreich enden, dürfte die Ära Aragonés zu Ende gehen. Immerhin stünde die Teilnahme am EM-Turnier in der Schweiz und Österreich auf der Kippe. Während mit den Dänen ein starker Gegner auf die Spanier wartet, gilt Island als krasser Außenseiter. Einziger Topstar im Team der Nordeuropäer ist Eidur Gudjohnsen, Stürmer des FC Barcelona. Spanien trägt damit erstmalig ein Pflichtspiel in Palma aus. 2003 schlug das Team hier in einem Freundschaftskick Deutschland mit 3:1.

Spanien - Island, Mittwoch, 28. März, 22 Uhr. Stadion in Son Moix.
Tickets: 10 bis 40 Euro, über www.serviticket.com oder an den Stadionkassen.
Dort bis 24. März nur für
Real-Mallorca-Mitglieder, ab 26. März freier Verkauf.

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