Klimawandel: Stürmische Zeiten

Unwetter, Trockenheit und Hitzerekorde – auch auf Mallorca spielt das Wetter verrückt. Schuld ist der Klimawandel, der laut dem neuesten Report der Vereinten Nationen noch dramatischer ist, als befürchtet. Auf Mallorca hat die Debatte über geeignete Maßnahmen derweil noch gar nicht begonnen

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Die Aussichten sind schauerlich: Der Klimarat der Vereinten Nationen hat seinen neuen Bericht vorgelegt und spart nicht mit düsteren Prognosen. Hitze, Dürre, Wassermangel sind nur drei der Plagen, die die Welt laut dem Report in Zukunft vermehrt erdulden muss. Auch Mallorca bleibt vom Klimawandel nicht verschont.

Experten sagen unter anderem deutlich heißere Temperaturen voraus. Um zehn Grad könne die Durchschnittstemperatur innerhalb der nächsten hundert Jahre steigen, vermutet Agustí Jansà, Chef des Meteorologischen Zentrums der Balearen in Palma. Vermehrt sollen auch heftige Stürme die Insel heimsuchen – im Wechsel mit ungewöhnlich langen Dürrephasen.

Ein recht detailliertes Bild gibt das spanische Umweltministerium von den Folgen des Klimawandels für die Balearen. Stärker noch als in anderen Teilen Spaniens werde hier der Anstieg des Meeresspiegels spürbar sein. Bis zu 16 Meter mallorquinischer Strand werden innerhalb der nächsten 50 Jahre in den Fluten versinken, heißt es in einer Studie des Ministeriums zu den Auswirkungen des Klimawandels. Auch könne es zum Aussterben bestimmter Pflanzen– und Tierarten kommen, da sich das Klima in so hohem Tempo verändere, dass den bedrohten Arten keine Zeit zur Anpassung bleibe.

Die Herausforderungen für die Politik sind also vielfältig. Es geht längst nicht nur darum, angesichts von noch größerer Hitze und Trockenheit im Sommer den Schutz vor Waldbränden zu verbessern oder die Naturschutzgebiete auszuweiten, um das befürchtete Artensterben zu verhindern. Auch Mallorcas Wirtschaftsmodell steht vor einem grundlegenden Wandel – zumindest wenn man einer aktuellen Studie des Forschungszentrums der Europäischen Kommission glaubt: Der zufolge werden die Touristen angesichts weltweit steigender Temperaturen in Zukunft seltener gen Süden reisen, als vielmehr in den dann angenehmeren Norden.

Trotz solcher Szenarien hat es bisher keine breite Debatte über die passenden Maßnahmen gegeben. Der mallorquinische Hoteliersverband etwa sieht keinen Grund zur Panik: Wärmere Wintermonate könnten doch zur Belebung des Geschäfts auch in der Nebensaison beitragen, so die Hoffnung.

Die Zusammenfassung des Berichts des Klimarates der UN (IPCC) mit den
Aussichten für das
Weltklima ist im
Internet zu finden
(auf Englisch): www.ipcc.ch

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