Mallorca feiert den Weltmeister

Euphorischer Empfang in Palma für Jorge Lorenzo: Der 19-jährige Motorradpilot aus Inca gewinnt den Titel in der 250-ccm-Klasse. Jetzt ist eine Rennstrecke auf Mallorca geplant.

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Jorge Lorenzo nach dem entscheidenden WM-Rennen.

Das größte Lob für Jorge Lorenzo kam aus beruflichem Munde: ,,Er hat das Zeug in der höchsten Klasse zu fahren", sagte Motorrad-Legende Kenny Roberts, nachdem der 19-jährige Mallorquiner am vergangenen Wochenende seinen ersten WM-Titel gewonnen hatte. ,,Ich bin sicher, dass Lorenzo uns noch viele großartige Momente bescheren wird", sagte der dreifache Weltmeister aus den USA.

Lorenzo iste neben Tennis-As Rafael Nadal und Basketballer Rudy Fernández der dritte Mallorquiner, der im Laufenden Jahr in seiner Disziplin in der Weltspitze mitgemischt hat. Entsprechend euphorisch fielen die Reaktionen auf der Insel aus. Die spanischen Zeitungen übertrafen sich gegenseitig mit mehrseitigen Sonderbeilagen und großflächigen Jubelfotos.

 

Lorenzo war zum Saisonabschluss auf dem Rundkurs in Cheste bei Valencia zwar nur auf den vierten Platz gefahren, der aber reichte ihm, um den Titel in der 250-Kubikzentimeter-Klasse zu gewinnen. ,,Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Das muss man einfach selbst erlebt haben", stammelte Lorenzo nach dem Sieg. ,,Ich habe mein ganzes Leben lang von genau diesem Augenblick geträumt."

Was folgte, war überschäumender Jubel. ,,Das ist einer der glücklichsten Tage meines Lebens", gestand Lorenzos Manager Dani Amatriaín. Und auch die an der Rennstrecke versammelte Politprominenz geizte nicht mit Superlativen. ,,Dies ist ein historischer Tag", diktierte Ministerpräsident Jaume Matas den jedes Detail festhaltenden Journalisten in die Blöcke.

 

Im Überschwang der Gefühle ließ sich Matas gar zu der Forderung hinreißen, nun solle auch auf Mallorca eine Rennstrecke gebaut werden, auf der künftig internationale Wettbewerbe ausgetragen werden könnten. ,,Mach mal einen Plan und bring ihn mir", sagte Matas zu Pepín Yuste, dem Vorsitzenden des balearischen Motorradsportverbandes.

 

 

Auch Palmas Bürgermeisterin Catalina Cirer war offensichtlich tief beeindruckt ud sagte voraus, ,,diesen Tag so schnell nicht vergessen" zu können. ,,Ich freue mich für seine Mutter. Auch ich habe Kinder und kann gut nachfühlen, wie sie mitgelitten hat."

Tatsächlich war María Guerrero die große Anspannung anzumerken: ,,Jorge ist nun einmal mein Sohn und für mich ist am wichtigsten, dass er gesund ankommt."

Aber nicht nur an der Strecke in Valencia wurde so manches Stoßgebet zu Lorenzos Gunsten in Richtung Himmel geschickt. Im Sportpalast von Inca hatten sich mehrere Hundert Fans vor der Großbildleinwand versammelt, um ihrem Idol die Daumen zu drücken. All das war allerdings kein Vergleich zu dem, was am darauffolgenden Montag in Palma los war.

 

Per Motorradkonvoi begleiteten Hunderte den Weltmeister vom Flughafen zum Sitz der Balearen-Regierung. Nach offiziellem Empfang und Übergabe einer Ehrenplakette zeigte sich der neue Star des mallorquinischen Sports auf dem Balkon des Consolat de Mar der freudentrunkenen Masse. ,,Wir haben es geschafft", rief Lorenzo ins Mikrofon: ,,Wir sind Weltmeister."

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