Sammler auf leisen Sohlen

850 Paar Turnschuhe nennt er sein eigen: Oliver Korritke sammelt aber auch Comics und Spielzeug. Der Schauspieler, der oft den netten Loser spielt, mimt jetzt einen „Vater auf der Flucht”. MM traf ihn beim Drehen auf Mallorca

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Seine Sneakers hat Oliver Korittke heute ausnahmsweise mal gegen Badelatschen getauscht. Mallorca ist doch ein zu heißes Pflaster für seine geliebten Turnschuhe, von denen der Schauspieler sage und schreibe 850 Paare besitzt. „Von denen ziehe ich aber nur 200 an”, räumt er ein. Einen kleinen Tick muss der Mensch ja haben, und bei dem sympathischen 38-Jährigen (Schuhgröße: 42 einhalb) ist das eindeutig seine Sammelleidenschaft, die auch noch Comics und Spielzeug einschließt: „Vor allem Action-Figuren. Ich schätze, ich bin ein bisschen kaufsüchtig.”

Das Geld dafür verdient sich Oliver Korittke noch bis zum 28. Oktober bei Dreharbeiten für den ZDF-Film „Vater auf der Flucht” auf Mallorca. Neben Eva Hassmann, die seine Ex-Frau Petra mimt, und Filmkind Lisann (Helena Siegmund-Schultze) spielt er den frisch geschiedenen Alex, der seine kleine Tochter nach Mallorca „entführt”, um sie vor dem Internat zu retten. Eine recht ungewöhnliche Rolle für den gebürtigen Berliner, der oft den linkisch-liebenswerten Loser gibt.

An der Seite von Jürgen Tarrach gelang ihm damit in der Krimikomödie „Die Musterknaben” 1997/98 der Durchbruch. Oliver Korittke sieht sich selbst keineswegs auf dieses Image festgelegt: „Wer mich nur in dieser Rolle wahrnimmt, hat sich eben nur die entsprechenden Filme angeguckt.” In der Tat reicht sein Repertoire von „Polizeiruf 110” und „Rosa Roth” bis hin zu Rollen in „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter in der Paarungszeit” bis hin zu Oskar Roehlers „Agnes und seine Brüder”.

Derzeit ist er fester Bestandteil des „Wilsberg”-Ensembles, und mit den Dreharbeiten zu der ZDF-Krimiserie wird er gleich nach seiner Rückkehr aus Mallorca am 7. Oktober in Berlin wieder beginnen.

Die Baleareninsel ist Oliver Korittke von Kindheit an vertraut: „Ich habe hier schon 1976 die Ferien mit meiner Großmutter in Cala Millor verbracht.” Nur zu gut erinnert er sich daran, dass er sich als Achtjähriger kaum von den Spielautomaten losreißen konnte („Damals gab es noch viel mehr davon als heute”) und wie er auf einem Maulesel zu einem Castell geritten ist. Klar, die Insel habe sich seither verändert, aber: „Man findet immer kleine Paradiese, wenn man danach Ausschau hält.”

Viel Zeit bleibt ihm dafür neben den Drehs diesmal nicht, doch wann immer möglich, macht er Spaziergänge am Meer – oder spielt Karten mit Filmtochter Helena, die an ihrem TV-Papa vor allem „seinen Humor” toll findet: „Aber er schimpft auch recht oft.”

Noch eine weitere Leidenschaft hat der Schauspieler neu für sich entdeckt: „Gutes Essen.” Früher sei er ein typischer Fast-Food-Anhänger gewesen, aber das habe sich geändert: „Sich Zeit für gutes Essen gehen nehmen, ist echte Lebensqualität.” Sein Favorit hier auf Mallorca: Seezunge. Figurprobleme dürfte es – trotz seiner Schwäche für Computerspiele – nicht geben. Neben Aikido und den Fünf Tibetern macht er regelmäßig Fitness. Genug Turnschuhe dafür hat er ja.

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