Sparzwang und Kreativität im Kunstmuseum Es Baluard

| Es Baluard Museu d'Art Modern i Contemporani de Palma, Mallorca |
Seit Dienstag, 23. Februar, wendet sich das Es Baluard den Vertreterinnen des Dadaismus zu. Die Dokumentation geht bis Donnersta

Seit Dienstag, 23. Februar, wendet sich das Es Baluard den Vertreterinnen des Dadaismus zu. Die Dokumentation geht bis Donnerstag, 31. März. Foto: Pere Sousa

Seit Dienstag, 23. Februar, wendet sich das Es Baluard den Vertreterinnen des Dadaismus zu. Die Dokumentation geht bis DonnerstaDie Direktorin des Museums Es Baluard in Palma, Nekane Aramburu, stellte das Programm vor.

Keine Ausstellungen mit großen Namen, dafür aber mit Inhalt - so lautet das Konzept von Nekane Aramburu, Direktorin des Museums Es Baluard in Palma.

Mit dieser Vorgabe macht sie aus der Not eine Tugend. Denn in Anbetracht roter Zahlen, die aus der Vergangenheit herrühren, steht sie seit ihrem Amtsantritt vor knapp drei Jahren vor der Aufgabe, den Museumsbesuchern trotz leerer Kassen ein ansprechendes Programm zu bieten. Dazu verfügt sie in diesem Jahr über einen Etat von 2,1 Millionen Euro. Von dieser Summe steuern die Balearen-Regierung, der Inselrat und die Stadt Palma 1,3 Millionen Euro bei.

Trotz dieses knappen Haushalts hat das Es Baluard einiges an Programm zu bieten, auch dank Kooperationen. Eine solche Zusammenarbeit gibt es zum Beispiel mit dem Internationalen Festival für Videokunst (FIVA), das seit 2011 alljährlich in Buenos Aires stattfindet. Seit Dienstag, 16. Februar, bis Sonntag, 17. April, werden im Es Baluard acht Videos von Künstlern aus Rumänien, den USA, Chile, Pakistan, Argentinien, den Niederlanden und Mexiko gezeigt. Dabei handelt es sich um die Arbeiten, die bei dem Festival ausgezeichnet wurden.

Die "Dones Dadà" (Dada-Frauen) stehen von Dienstag, 23. Februar, bis Donnerstag, 31. März, im Mittelpunkt einer Dokumentation. In Wort, Bild und Videos geht es um die Vertreterinnen der Kunstbewegung, die vor 100 Jahren gegründet wurde. Einige dieser Frauen waren Elsa von Freytag-Loringhoven, Angelika Hoerle, Anaïs Nin, Emmy Hennings, Florine Stettheiner, Mina Loy, Sophie Tauber, Suzanne Duchamp, Hannah Hoch und Marie Laurencin. Obwohl sie wie ihre männlichen Kollegen mit den bisherigen Regeln der Kunst und Literatur brachen, standen sie nie in erster Reihe.

Einer einzelnen Frau ist die Ausstellung "Reproductibilidad 2.1." gewidmet. Diese Frau ist die Experimentalfilmerin Narcisa Hirsch, die 1928 in Berlin geboren wurde, den Großteil ihres Werkes in Argentinien schuf und damit einen bedeutenden Einfluss vor allem auf die dortige Kunstszene hatte. Die Ausstellung im Es Baluard ist eine Annäherung an das Werk der 87-jährigen Künstlerin und deren erste Schau in Spanien.

Frauen kommen auch in der Ausstellung "Waste Lands" (Verwüstete Länder) zu Wort, genauer gesagt: zu Bild. Sie wird am Freitag, 18. März, eröffnet und zeigt Arbeiten von zehn Künstlerinnen aus verschiedenen Mittelmeeranrainerstaaten und deren Nachbarländern.

In dieser Schau wird es nicht um pure Ästhetik und reine Kunst gehen. Vielmehr ist sie eine Auseinandersetzung mit einer kruden politischen und soziale Realität, die aus Gewalt, Ausbeutung, Flucht und elektrischen Grenzzäunen besteht.

Arbeiten von Künstlern aus Lateinamerika zeigt das Es Baluard vom 2. Juli bis 2. Oktober in der Ausstellung "El turment i l'exstasi" (Folter und Extase). Diese Ausstellung dreht sich um Geschichte und das Schöne, aber auch um Konflikte und Ideologien, Diktatur und Existenzialismus.

Und auch darum geht es in dieser Schau: dass der von den Franzosen geprägte Begriff Lateinamerika nicht die Realität erfasst. Oder wie es Nekane Aramburu sagt: "Es ist absurd, über Lateinamerika zu reden, denn in diesem Subkontinent gibt es viele unterschiedliche Kulturen."

(aus MM 7/2016)

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