Bodo Bach präsentiert sich auf Mallorca. Foto: Veranstalter

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"Ich hätt da gern emal e Problem…". Diese Gesprächseröffnung war Erkennungszeichen des Telefonscherzkeks Bodo Bach. Und die vom Radiosender FFH ausgestrahlten Telefonate, mit denen er seine Gesprächspartner in die Verzweiflung trieb, waren das Startsignal für seine erfolgreiche Karriere als Unterhaltungskünstler. Der gebürtige Frankfurter präsentiert am Samstag, 11. Juli, bei den Sommernächten im Steigenberger Golf & Spa Ressort in Camp de Mar auf Mallorca seine aktuelle Comedy-Bühnenshow "Auf der Überholspur".

Es geht natürlich nicht um Verkehrserziehung, die den Bürger erst zum besseren Menschen macht. Bodo Bach widmet sich der Entschleunigung. Denn die hastige Klage "Keine Zeit" ist Anfang des 21. Jahrhunderts aller Orten zu hören.

Dabei gab es in der Geschichte der Menschheit noch nie so viele Techniken und Dienstleister, die helfen sollen, Zeit zu sparen. Vom Computer bis zum Pizzaservice verspricht alles, dem gestressten Zeitgenossen Erleichterung zu verschaffen sein. Und was kommt dabei heraus? Hektik. Die Zeit rennt, und wir rennen mit. "Mobilität" heißt das Zauberwort des 21. Jahrhunderts. "Vom Laufstall bis zum Treppenlift - immer auf Achse: Kids auf Skateboards, Best Ager auf Mountainbikes und Essen auf Rädern", schildert Bach ein Phänomen unserer Zeit.

In seinem Programm spart er ein wichtiges Thema nicht aus: Bei seiner Hatz durchs Leben wird der Mensch zu allem Überfluss immer älter. An diesem Punkt, so Bach, werde es im Publikum immer ganz still: "Ich habe das Gefühl, die Zuschauer bekommen Angst oder schauen zum Nachbarn und denken: ,Der wird ja auch immer älter'."

Ein Problem? Nicht für Bach: "Heute ist 50 das neue 30, 60 ist das neue 40, und mit 70 wird ,Mann' noch mal Papa." Bach weiß wovon er spricht, immerhin ist er selbst schon "52 Jahre und 68 Monate" alt. Bei so viel Lebenserfahrung nimmt es nicht Wunder, dass er den Schlüssel zur Entschleunigung gefunden hat. "Entscheidend für unser Zeitgefühl ist das Gedächtnis", erklärt er. "Die ,ersten Male' bleiben kleben. Aber Routine und tägliches Einerlei hinterlassen keine Spuren." Es ist also die Zeit ohne besondere Erlebnisse, die in der Erinnerung wie im Fluge vergangen ist.

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In seinem neuen Programm ermuntert Bodo Bach deshalb auf seine bekannt sensible Art dazu, wieder viele "erste Male" zu erleben. Damit meint er nicht die erste Darmspiegelung oder den ersten Bypass, sondern Aktivurlaub, Tanzkurs und vieles mehr - alles am eigenen Leib erprobt. Und was er dabei erlebt hat, provoziert vor allem eines: Lachen. Immerhin weiß er wie jeder Komiker: "Das Leben hält die lustigsten Geschichten bereit."

Auch wenn das Publikum nach seiner Show schon wieder zwei Stunden älter geworden sein wird, versichert Bach den Zuschauern: Das Alter hat mehr Vorteile als Nachteile. Er jedenfalls sagt von sich: "Es geht mir saugut, im wirklichen Leben und als Bodo Bach."

Ups, jetzt ist es raus. Bodo Bach ist eine Kunstfigur. Sein Schöpfer, der abgebrochene Jurist, Radiomoderator und Komiker Robert Treutel hat ihn vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufen. Dass er sich so lange gehalten hat, ist eine Seltenheit in der Welt der Comedy und wohl auch darauf zurückzuführen, dass sich Bodo Bach immer weiter entwickelt hat.

Heute führt er gewissermaßen ein Eigenleben. Sein Name steht auf dem Garderobenschild, und auch die Moderatoren und anderes Personal sprechen ihn als Bodo Bach an. "Einfach aus dem Grund, dass sie sich im Ernstfall nicht verplappern", meint sein Alter Ego. Das hat seinen Preis. Es sei schon vorkommen, dass er beim Einchecken im Hotel abgewiesen wurde, weil sein Zimmer auf den Namen Bodo Bach gebucht worden war.

Im Steigenberger wird dies nicht passieren. Allein schon, weil der Organisator der Sommernächte sein Entdecker und früherer Manager Bernd Reisig ist. Und schlimmstenfalls hätte er auch genügend andere Unterkünfte zur Verfügung. "Die Leute sagen immer, dass man eine Finca auf Mallorca haben müsste. Nein, man muss Leute kennen, die hier eine Finca haben, und ich kenne viele Leute, die hier wohnen." Spricht's, und fährt stets lächelnd an den Maklerbüros vorbei.