Missbrauchs-Vorwürfe erschüttern die katholische Kirche auf Mallorca

Santuari de Lluc, Mallorca |
Der Chor der Blauets, benannt nach den blauen Talaren, ist ein Aushängeschild des Klosters Lluc.

Der Chor der Blauets, benannt nach den blauen Talaren, ist ein Aushängeschild des Klosters Lluc. Der einstige Knabenchor, heute gemischt, blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Foto Miquel Vidal

Er ist nicht der einzige mutmaßliche Missbrauchsfall, der innerhalb der katholischen Kirche auf Mallorca untersucht wird, aber er ist von besonderer Tragweite und Symbolkraft. Denn mit Antoni Vallespir hat der Bischof von Mallorca am vergangenen Freitag keinen Geringeren als den Prior des Klosters Lluc vom Dienst suspendiert. Ein ehemaliger Chorknabe wirft dem Kirchenmann vor, ihn in den 1990er Jahren sexuell missbraucht zu haben. Inzwischen hat auch die Guardia Civil Ermittlungen eingeleitet.

Das Kloster Lluc gilt als das religiöse Herz der Insel, und eines seiner Aushängeschilder ist der Chor der "Blauets", benannt nach den blauen Talaren der singenden Internatsschüler. Kein Wunder also, dass der Fall für besonders großes Aufsehen sorgt.

Die Bombe platzte am vergangenen Freitag, als Mallorcas Bischof Javier Salinas im Rahmen der Einweihung eines neues Lokals der Caritas erklärte, dass er Prior Vallespir wegen der Missbrauchsvorwürfe vorläufig vom Dienst suspendiert habe. Das Kirchengericht habe weitere Untersuchungen eingeleitet. Salinas fand klare Worte der Solidarität mit möglichen Missbrauchsopfern.

Nach Medienberichten war das mutmaßliche Opfer 1990 im Alter von zehn Jahren in den Knabenchor eingetreten. Drei Jahre später, so gab der inzwischen in Barcelona lebende Mann an, habe der Missbrauch durch Vallespir begonnen. Noch schlimmer sei es später in der Klosterschule La Real in Palma gewesen, wo erneut beide aufeinandertrafen.

Der Fall hat in den vergangenen Tagen zu ganz unterschiedlichen Reaktionen geführt. Von der Presse befragt, stellten sich die meisten Kirchenleute hinter die "Null-Toleranz"-Linie, die Papst Franziskus in Sachen Missbrauch vorgegeben hat, forderten aber auch, keine Vorverurteilung vorzunehmen.

Unterdessen laufen auch Untersuchungen gegen den Pfarrer von Sa Pobla und weitere Priester, die von einem ehemaligen Messdiener des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Diese Vorgänge sollen sich in den 1980er Jahren zugetragen haben, als der Pfarrer in Selva tätig war. Juristisch noch nicht abgeschlossen ist ferner der Fall des ehemaligen Pfarrers von Can Picafort, den das Kirchengericht aus der Kirche ausgeschlossen hatte, weil er sich an Mädchen vergangen haben soll.

(Der Text ist gekürzt. Den vollständige Berichterstattung lesen Sie in der jüngsten MM-Ausgabe, erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.)

Lesen und kommentieren Sie auch den Leitartikel "Wenigstens reagiert die Kirche" im MM-Blog.

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Franky / Vor über 3 Jahren

Jede andere Sekte wäre längst dichtgemacht und die Verantwortlichen im Knast.Aber das Konkordat aus der Nazizeit ubd die Lateranverträge des Faschisten Mussolini schützen diese kriminelle Vereinigung. Ich nenne das ganze Instutioneller Satanismus von Staat und Kirche an Schutzbefohlene. http://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche Schalom